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Hunde im Seniorenheim

„Eine ganz besondere Beziehung – Gefühle und Fakten zum Hund“

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Artikel von
Expertenteam

Hunde im Seniorenheim

Vierbeinige Besucher und Mitbewohner schenken Freude

Ein freundlicher Hund ist eine willkommene Abwechslung. Er lenkt von Schmerzen und Einsamkeit ab, schenkt Zuneigung und sucht Körperkontakt – und das völlig unabhängig von Falten, Krankheiten oder Behinderungen. „Wenn der Hund kommt, geht in den Augen der alten Menschen ein Licht an, das schon lange erloschen war“, beschreibt ein Heimleiter seine Beobachtungen in einer Umfrage. Kurz: Geeignete und gut ausgebildete Hunde sind die optimalen Besucher – und Mitbewohner – in Altenheimen.

Das erkennen zunehmend auch die Leitungen von deutschen Seniorenheimen: Laut einer Umfrage des  Sozialforschungsinstituts ISIS für die Mars Heimtier-Studie 2013, an der 486 Einrichtungen bundesweit teilnahmen, kommen Besuchshunde zunehmend zum Einsatz.

Der Umfrage zufolge gehen immer mehr Senioreneinrichtungen dazu über, selbst Tiere zu halten (57 Prozent), Tierbesuchsdienste zu organisieren (46 Prozent) oder den Mitarbeitern das Mitbringen von Hunden zu gestatten (76 Prozent). Der Trend legte dabei in den vergangenen zehn Jahren deutlich zu.

„Manche Bewohner strahlen im Kontakt mit Tieren eine große und ungewohnte Lebendigkeit aus“, begründet ein Heimleiter die Entscheidung, einen wöchentlichen Besuchsdienst mit Hunden zu erlauben. Andere berichten von vermehrten Glücksmomenten gerade bei bettlägerigen Bewohnern, der Stimulation zum Austausch von Erinnerungen und großer Vorfreude bei den Senioren. Besonders auf demenzkranke Bewohner wirke das Streicheln, aber auch die reine Anwesenheit von Tieren beruhigend.

Die gesamte Atmosphäre lockere auf, was sich nach Aussagen von Heimleitern auch positiv auf den Umgang mit den Pflegekräften auswirkt – eine Gruppe, die aktuellen Studien zufolge besonders durch Burn-Out und Überlastung gefährdet ist.

Wichtig dabei ist, dass der Besuchshund gut sozialisiert und ausgebildet sowie auf seinen Einsatz vorbereitet ist. Schließlich erwarten ihn in einem Seniorenheim ungewohnte Geräusche und Gerüche, andere Böden und in ihrer Mobilität und Motorik eingeschränkte Menschen. Der Hundeführer sollte deshalb mit dem Tier eine spezielle Ausbildung absolviert haben, die beide auf den Umgang mit einer Gruppe von betagten Menschen vorbereitet.

" Hunde streicheln gibt Senioren Lebensfreude

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Hund muss auch charakterlich gut geeignet sein: Nur ein freundlicher, kontaktfreudiger Hund wird gern auf die alten Menschen zugehen und sich freudig streicheln lassen.

Immer mehr Altenheime erlauben Tierhaltung

Wer bereits selbst einen Hund hat und diesen beim Umzug ins Seniorenheim mitnehmen möchte, kann auf Onlineportalen wie www.heimverzeichnis.de Einrichtungen finden, die die Tierhaltung erlauben. Laut der ISIS-Umfrage erlauben 87 Prozent der befragten Seniorenheime die Haltung eigener Tiere. „Seit dem Jahr 2000 gibt es einen deutlichen Trend in den Einrichtungen, die Tierhaltung zu gestatten – mit zunehmender Tendenz“, sagt Uwe J. Schacher von ISIS, der die Online-Befragung durchführte. Jede zweite der befragten Institutionen (51 Prozent) gab an, dass die Bewohner die Erlaubnis zur Tierhaltung begrüßen und ihre Räume mit Heimtieren teilen. Allen voran wurden Vögel genannt, aber auch Katzen, Hunde, Fische und Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen hellen den Alltag der Senioren auf. Wichtig ist dabei, dass das Tier gut erzogen ist und dem Pflegepersonal keinen größeren Arbeitsaufwand bereitet.

Oft erleichtert ein vertrauter Begleiter auf vier Pfoten den alten Menschen die Eingewöhnung in den Heimalltag.

„Für ältere Menschen hat es einen enormen Stellenwert, das Liebste, was ihnen geblieben ist, von Zuhause mitbringen zu können“, gibt ein Heimleiter an.

Besonders auf demenzkranke Bewohner wirke das Streicheln, aber auch die reine Anwesenheit von Tieren beruhigend. Die gesamte Atmosphäre lockere auf, was sich nach Aussagen von Heimleitern positiv auf den Umgang mit den Pflegekräften auswirkt – eine Gruppe, die aktuellen Studien zufolge besonders durch Burn-Out und Überlastung gefährdet ist.

Positive Effekte von Tieren auf Senioren sind wissenschaftlich erwiesen

Forschungsarbeiten aus Deutschland und dem angelsächsischen Raum konnten die positiven Effekte von Heimtieren auf Menschen auch wissenschaftlich belegen. „Mehrere Studien zeigen, dass tiergestützte Interventionen insbesondere bei Senioren und Pflegebedürftigen effektiv die Stimmung verbessern und zu mehr sozialer Interaktion beitragen“, sagt Dr. Andrea Beetz, die an den Universitäten Rostock und Wien zur Mensch-Tier-Beziehung forscht und lehrt. „Insgesamt helfen die Tiere, eine angenehme, entspannte und kommunikative Atmosphäre zu schaffen.“

Dabei spiele der wichtige, da stressreduzierende Körperkontakt eine entscheidende Rolle. „Zwischenmenschlicher Körperkontakt ist durch sozial-kulturelle Normen streng reglementiert“, sagt Beetz. „Ein Hund oder eine Katze ist hingegen unabhängig von Alter, Erkrankung, Behinderung oder Aussehen des Menschen eine einfache Möglichkeit, positiven Körperkontakt herzustellen.“

Experimentelle Studien konnten belegen, dass das Streicheln eines Hundes den Spiegel des „Kuschelhormons“ Oxytocin erhöht. „Dieses Hormon wird mit vielen Effekten, die auch bei tiergestützten Interventionen zu finden sind, in Verbindung gebracht: Steigerung von Sozialkontakt, Vertrauen, Bindung, Regeneration und Wohlbefinden sowie Reduktion von Angst, Depression und Stress“, erläutert Beetz.

Keine hygienischen Bedenken

Wer sich Sorgen macht, dass ein Tier bei alten Menschen Allergien und Krankheiten auslösen könnte, kann aufatmen. In seiner Broschüre „Heimtierhaltung – Chancen und Risiken für die Gesundheit“ (Gesundheitsberichterstattung des Bundes) befürwortet das Robert-Koch-Institut (RKI) Tierkontakt in Seniorenheimen ausdrücklich.

Demnach bestünde beim Umgang mit Tieren zwar auch das Risiko von gesundheitlichen Gefährdungen durch Verletzungen oder Infektionen, diese könne man aber durch artgerechten Umgang mit den Tieren und der Beachtung von Hygieneregeln auf ein Minimum reduzieren.

In der Abwägung von Risiken und Nutzen der Heimtierhaltung bewertet das RKI den positiven Einfluss von Hunden und anderen Tieren eindeutig höher und empfiehlt: „Es ist sinnvoll, die private Tierhaltung zu ermöglichen und Tiere unter definierten Bedingungen auch in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern zuzulassen.“


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