Dream Team /
Hundepension - welche? /
Auswahl der Hundepension

„Eine ganz besondere Beziehung – Gefühle und Fakten zum Hund“

default
Artikel von
Expertenteam

Auswahl der Hundepension

Was, wenn der Hund untergebracht werden muss?

Die Frage nach einer guten Hundebetreuung

stellen sich viele Hundebesitzer irgendwann – spätestens wenn der Hund nicht mit in den Urlaub mitgenommen werden kann und Freunde oder andere Unterbringungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Wohin dann mit dem Vierbeiner?

In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Betreuungsangeboten für Hunde. Alleine auf der Seite http://www.tiere.de/Tierpension findet man über 800 Einträge zum Stichwort Hundepension. Aber wie findet man die richtige Betreuung und was ist dabei zu beachten?

Eine Pauschalantwort auf die perfekte Unterbringung gibt es nicht, denn jeder Hund und Hundehalter hat andere Ansprüche. Sicherlich gibt es aber grundlegende Punkte, die man bei der Auswahl berücksichtigen sollte.

Der Hundepensions-Check  

Bevor Sie Ihren Hund in eine Betreuung geben, sei es ein Hundehotel, eine Pension oder eine andere Einrichtung, ist es sinnvoll sich die Unterbringung vor Ort anzusehen. Nehmen Sie die Unterbringung ruhig kritisch unter die Lupe und vergleichen Sie die einzelnen Angebote. Stellen Sie anfangs viele Fragen, denn Sie geben die Verantwortung für ihren Hund in fremde Hände. Toll ist es natürlich, wenn andere Hundebesitzer Ihnen vielleichte eine Unterkunft empfehlen können. Durch die Mund-zu-Mund Propaganda bekommt man oft richtige „Geheimtipps“. Bei Ihrem ersten Besichtigungsbesuch gibt es ein paar Eckpunkte, die Ihnen vielleicht  die Entscheidung erleichtern könnten.

Die wichtigsten Checkpoints im Überblick

1)der erste Eindruck – das Kennenlernen:

Eine gute Betreuung nimmt sich Zeit für ein ausführliches „Kennenlern“-Gespräch vorab, damit der Hund sich während seines Aufenthalts wohlfühlen kann. Was sind die Besonderheiten des Hundes, bekommt er Medikamente oder verträgt er sich mit anderen Hunden? Alles Fragen, die im Vorfeld eines Aufenthalts geklärt werden müssen. Die Betreiber der Unterkunft sollten außerdem über einen Sachkundenachweis nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes verfügen. Zudem muss eine gewerbliche Hundebetreuung genehmigt sein von den Behörden.

Sinnvoll ist es auch, den Hund einmal „probeweise“ in die Betreuung zu geben, damit er sich mit der Umgebung vertraut machen kann und dort die ersten Erfahrungen sammelt. Wenn Sie Ihren Liebling wieder abholen, ist ein enspannter und vom Toben mit anderen Hunden müder Vierbeiner die beste Bestätigung Ihrer Entscheidung.

2) die Haltung: Wie werden die Hunde in der Unterkunft gehalten?

Ob die Hunde einzeln, zu zweit oder womöglich in der Gruppe gehalten werden, hängt von der jeweiligen Einrichtung ab und natürlich von Ihrem Hund. In „Hundetagesstätten“ oder kleinen privaten Betreuungsmöglichkeiten wird häufiger auch die Rudelhaltung oder Gruppenhaltung angeboten. Die Hunde können dort - ähnlich wie im „Kindergarten“ - den ganzen Tag toben und spielen. Eine Haltung in einer Gruppe ist zwar aufregend und spannend, kann für einen Hund, der zuhause womöglich einzeln gehalten wird, allerdings auch Stress bedeuten.

Das hängt stark vom Sozialverhalten, vom Charakter des Hundes und der Stimmigkeit der Gruppe ab. Gerade beim Spielen der Hunde untereinander ist es wichtig, dass die Gruppe nicht zu groß und unübersichtlich wird und, dass die Spielpartner auch keinen enormen Größenunterschied aufweisen, damit hier keine Gefahr der Verletzung besteht. (Dogge und Zwergspitz kann, muss aber nicht immer passen).

Da sind das geschulte Auge und der Hundeverstand der betreuenden Personen gefragt. In einigen Hundehotels oder Hundepensionen werden verträgliche Hunde auch zu zweit in ihren Unterkünften gehalten, damit sie nicht alleine bleiben müssen.

Die Sozialverträglichkeit und das Geschlecht spielen bei der „Vergesellschaftung auf Zeit“ natürlich eine entscheidende Rolle. Ob Gruppen oder Einzelhaltung – jeder Hund "tickt" anders.

3) die Unterbringung: Wie sehen die Zwinger aus? Werden sie zum Beispiel im Winter geheizt?

„Zwingerhaltung“ hört sich für viele Besitzer sicherlich erst einmal ungewöhnlich an, letztendlich ist es eine sehr hygienische Art die Hunde unterzubringen. Die Zwinger können mit persönlichen Dingen des Hundes bestückt werden (Decke/Körbchen) und sind perfekt zu reinigen, da sie meist gefliest sind. Wichtig ist auch, dass die Unterbringung beheizbar ist. Gerade bei Hunden mit wenig Fell, die auch im Winter draußen schnell frieren, muss eine gewisse Wohlfühltemperatur herrschen. Bringen Sie doch den Mantel Ihres Hundes mit oder eine Decke, damit er sich  einkuscheln kann. Auf der anderen Seite sind Hunde, die es eher kühler mögen, im Sommer nicht in stickigen Zwingern zu halten. Wenn Sie die Örtlichkeiten besichtigen, fragen Sie ruhig nach den Gepflogenheiten.

4) die Fütterung

Einige Hundepensionen bieten „all inclusive“ an. Hier ist das Futter im Preis enthalten. Ratsam ist es allerdings während des Aufenthalts keine schnelle Futterumstellung zu machen und dem Hund sein gewohntes Futter mitzugeben. Auch die Frage nach der Häufigkeit und Menge der Fütterung ist nicht abwegig. Bekommt Ihr Hund zuhause mehrere Portionen am Tag, wird das genauso weitergemacht.

5) der Tagesablauf

Fragen Sie auch ruhig nach dem Tagesablauf der Hunde. Werden sie den ganzen Tag im Zwinger gehalten oder auch beschäftigt? Wie sieht es mit Gassi-gehen aus? Haben die Hunde die Möglichkeit eines beaufsichtigten Freilaufs? Gibt es möglichweise noch andere Aktivitäten, die der Hund während seines Aufenthalts machen kann? Es ist wichtig, dass der Hund wie zuhause auch seine gewohnte Bewegung erhält. Gleichzeitig müssen Ruhepausen eingehalten werden.

6) der Gesundheitszustand des Hundes - Impfen? Entwurmen? Kastration?

Welche Impfungen muss der Hund mitbringen? Achten Sie darauf, dass die Pension ausschließlich geimpfte Tiere annimmt. Laut der Ständige Impfkommission für Tiere, gibt es Schutzimpfungen, die ein Hund haben sollte (HCC, Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut.). Andere Impfungen bieten einen zusätzlichen Schutz, sind aber kein „Muss“. Hierzu zählen die Impfungen gegen Canines Parainfluenzavirus (CPiV) und Bordetella bronchiseptica. Beide Erreger sind am sogenannten „Zwingerhustenkomplex“ beteiligt und sinnvoll, wenn der Hund viel Kontakt zu anderen Artgenossen hat. Die Impfung gegen diese zwei Erreger wird bei Hunden in Phasen mit erhöhter Infektionsgefahr empfohlen, wobei CPiV oftmals automatisch „ mitgemipft“ wird und nur die Impfung gegen Bordetellen extra verabreicht wird.Hierzu fragen Sie am besten Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin. Einige Tierpensionen oder Hotels setzen teilweise eine Impfung gegen Bordetellen voraus, damit der Hund überhaupt aufgenommen werden kann.

Ist eine Parasitenprophylaxe (Flöhe, Zecken) erwünscht? Eine regelmäßige Entwurmung und Parasitenprophylaxe sind Grundbedingung, um Krankheiten vorzubeugen. Keiner möchte, dass sein Hund "kleine Mitbewohner" nach Hause mitbringt. Viele Einrichtungen gehen hier auf „Nummer sicher“ und behandeln die Tier nach Rücksprache mit dem Besitzer auch vor Ort noch einmal gegen Parasiten.

Muss mein Hund kastriert sein? Hier streiten sich die Geister, denn es gibt Einrichtungen, die keine unkastrierten Tiere aufnehmen. Diese Entscheidung liegt beim Betreiber. Meist sind es kleine, private Betreuungsmöglichkeiten, die gerade bei unkastrierten Hündinnen keine Ausnahme machen, da diese Unruhe in die Hundehaltung bringen können. Hier bitte frühzeitig den Kalender zu rate ziehen (viele Hunde werden alle 6 Monate läufig) und nachfragen, ob im Falle einer Läufigkeit eine Unterbringung möglich ist.Wir bezweifeln, dass die Reiserücktrittversicherung den Punkt mit abdeckt... :-)

7) die Hundehaftpflichtversicherung

Bei der Frage, ob der Hund versichert sein muss, gibt es nur ein klares „Ja“. Bei einigen Einrichtungen muss man sogar das Dokument als Kopie hinterlegen.

8) die Kosten

Je nach Betreuungsangebot, Aufwand, Ausstattung und Größe des Hundes sind mit Kosten zwischen 10 und 30 Euro pro Tag zu rechnen. Manche Hundetagesstätten bieten auch Vorteilspreise an, wenn die Hunde die Einrichtung öfters besuchen.  Das Preisniveau einiger Angebote kann diesen Rahmen natürlich auch sprengen. Dafür werden dann Webcam- Monitoring für den Halter angeboten, Physiotherapie oder die Nutzung eines Hundeschwimmbades. Hier muss jeder Hundehalter wissen, was er erwartet und bezahlen kann.

9) der Betreuungsvertrag

In einigen Einrichtungen werden sogenannte „Betreuungsverträge“ unterschrieben. Hier erklärt sich der Hundehalter meistens mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Betreibers einverstanden und es werden auch wichtige Dinge schriftlich fixiert.Lesen Sie sich die Bedingungen in Ruhe durch.

Wenn Sie alle Fragen für sich beantwortet haben, bleibt zum Schluss nur der Rat:Fühlt der Hund sich wohl und haben Sie selbst das Gefühl ihren Hund in „gute Hände“ zu geben, dann kann der nächste Schritt, der „Praxistest“,  folgen!

" Hinweisschild auf eine Hundepension auf Kreta Ein bisschen weit weg, aber bestimmt eine tolle Hundepension. Gesehen auf Kreta

 

 

 

 


0 Kommentare


Kommentieren
Ein Mix aus Trocken- und Nassfutter

Artikel der Woche:
Ein Mix aus Trocken- und Nassfutter

Zum Artikel
Tierische Nebenerzeugnisse

Letzte Woche:
Tierische Nebenerzeugnisse

Hier nachlesen