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„Eine ganz besondere Beziehung – Gefühle und Fakten zum Hund“

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Artikel von
Expertenteam

Hunde helfen Lesen lernen

Viele Kinder üben deutlich motivierter und mit mehr Konzentration

Mehr als nur ein Trend an deutschen Schulen. Leseförderung mit ausgebildeten Hunden erzielt nachhaltige Erfolge:  Motivation und Konzentration der Schüler steigen, wenn sie in der Deutsch- oder Förderstunde einem Hund vorlesen dürfen.

 Die Gründe für den Erfolg dieses neuen pädagogischen Konzepts sind vielfältig: Fast alle Kinder mögen Hunde. Ist ein freundlicher Vierbeiner bei der angeordneten Übungseinheit dabei, wird aus dem „Muss“ automatisch eine Belohnung. Da Motivation ein wichtiger Faktor beim Lernen ist, sind die Voraussetzungen gegenüber einer Förderstunde ohne Tier deutlich besser. „Hunde können Kindern das Lesen lernen erleichtern“, sagt die Sonderpädagogin Meike Heyer, die ihre eigenen Hunde seit Jahren in der Leseförderung einsetzt und ein umfassendes Konzept (www.tiergestützte-pädagogik.de) dazu entwickelt hat. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Anwesenheit der Tiere Motivation und Konzentration bei Kindern fördert. Ein freundlicher, entsprechend ausgebildeter Leselernhund kann eine ganz neue Lernsituation schaffen.“

Wissenschaftlich erwiesen ist zudem, dass Tierkontakt für Entspannung sorgen und Stress reduzieren kann. Dieser Effekt ist besonders stark, wenn der Hund beim Lesen gestreichelt werden darf. Zudem sorgt ein ruhiger Hund für eine andere Lernatmosphäre als ein Raum voller Mitschüler, die sich möglicherweise über Lese- und Aussprachefehler lustig machen.

 " Sheltie, ein Leselernhund, trägt eine Fibel im Maul Komm, wir lesen schnell noch was, bevor es zur Pause klingelt

 

 

 

 

 

 

 

 

Studie an der Universität Flensburg

 Dass hundegestützte Leseförderung nachhaltig wirkt, hat Meike Heyer nicht nur in ihrem Unterricht beobachtet, sondern an der Universität Flensburg auch in einer Pilotstudie wissenschaftlich nachgewiesen. 16 Schüler einer dritten Klasse wurden dabei in vier Gruppen aufgeteilt. Alle Schüler erhielten über einen Zeitraum von 14 Wochen wöchentliche Förderstunden beim Lesen. In zwei Experimentalgruppen wurde mit einem echten Hund gearbeitet, in zwei Kontrollgruppen mit einem Stoffhund. Vor, während und nach der Intervention wurden unter anderem die Leseleistung, Lesemotivation und das Lernklima mittels standardisierter Schulleistungstests erhoben.

 „Unsere Untersuchung zeigt, dass der Einsatz eines Hundes die Leseleistung signifikant stärker verbessert als eine konzeptionell identische Förderung mit einem Stoffhund“, sagt Heyer. „Das liegt unter anderem daran, dass die Anwesenheit des Tieres Motivation, Selbstkonzept und Emotionen der Schüler, aber auch das Lernklima verbessert.“
Ein weiterer positiver Effekt der Leseförderung mit Hund: Auch die Kontrollgruppen konnten durch die Förderung mit dem Stoffhund ihre Lesekompetenz verbessern.
Während der Sommerferien waren die erzielten Verbesserungen der Kontrollgruppe aber rückläufig. Der Lernzuwachs der hundegestützt geförderten Schüler blieb hingegen stabil.

Voraussetzung für den Erfolg der hundegestützten Pädagogik ist eine fundierte Ausbildung des Mensch-Hund-Teams sowie ein tierschutzgerechter Einsatz des Hundes.

Dabei ist es unter anderem wichtig, dem Tier kurze Einsatzzeiten zuzumuten, genügend Pausen zu machen und auf Anzeichen von Stress zu achten.

Bei der Auswahl eines Leselernhundes  kommt es nicht auf die Rasse an, sondern auf den Charakter: Der Vierbeiner sollte ausgesprochen kinderlieb sein, nicht zu temperamentvoll und den Kontakt mit fremden Menschen nicht scheuen. Er sollte ausgewachsen und gut sozialisiert sein. Bei der Vorbereitung ist es wichtig, neben dem Hund auch die Schüler, die Eltern und das Lehrerkollegium mit dem Konzept vertraut zu machen und grundlegende Regeln zu Hygiene und anderen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

 Weitere Informationen, Tipps und Anleitungen:

Andrea Beetz und Meike Heyer: „Leseförderung mit Hund. Grundlagen und Praxis“

Ernst Reinhardt Verlag, 130 Seiten

ISBN 978-3-497-02440-7

 

Andrea Beetz: „Hunde im Schulalltag – Grundlagen und Praxis“

Ernst Reinhardt Verlag, 158 Seiten.

ISBN: 978-3-497-02319-6

 Oder die:

Website der Sonderpädagogin Meike Heyer: www.hundegestützte-pädagogik.de

 Website der Vereinigung Schulhundweb, die bundesweit tiergestützte Pädagogik anbietet: www.schulhundweb.de


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