Ernährung /
Barfen /
Barfen, wird immer wieder empfohlen, was ist denn nun dran?

„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“

0
0

Gefragt von Thomas

Barfen, wird immer wieder empfohlen, was ist denn nun dran?

default Expertenteam antwortet:

Hallo Thomas,

die Vorteile beim Barfen sind eine  Begrenzung auf wenige Rohmaterialien (v.a. Eiweißquellen) für Hunde mit Neigung zu Allergien oder  Intoleranz gegenüber bestimmten Nährstoffen. Auch Hundehalter, die die Verfütterung von Zusatzstoffen vermeiden wollen, entscheiden sich für Barfen. Außerdem werden kleine Kotmengen und eine gute Kotkonsistenz durch die hohe Verdaulichkeit des Fleisches beobachtet (die aber auch bei erhitztem Fleisch zu finden sind).  

Der Hygieneaspekt muss allerdings berücksichtigt werden, denn Salmonellose ist ein reales Risiko, wenn Fleisch/Eier nicht genügend erhitzt werden, allerdings eher für Menschen als für Hunde problematisch. Bakterien, Einzeller, Würmer und Viren werden durch den Verzicht auf Erhitzung nicht mehr abgetötet und stellen im Unterschied zu hygienisch einwandfreiem, erhitzten Futter, ein Restrisiko für  Mensch und Hund dar. Knochenfütterung beinhaltet das Risiko von Zahnfrakturen, Verstopfung, schmerzhaftem Knochenkot und Verletzungen des Magen-Darmkanals.

Das Verfüttern von Schlund (an denen sich Schilddrüsengewebe befindet) kann zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Quelle: Veterinary Focus, Vol 24/2014

Die im Internet oder in Büchern publizierten Barf-Rezepte sind häufig unausgewogen. Zu finden sind: zu viel oder zu wenig Protein, zu viel Fett, zu viel oder zu wenig Kalzium und Phosphor, Zu viel oder zu wenig Vitamin A, zu wenig Vitamin E und D, und zu wenig Zink, Kupfer, Jod und Mangan) Quelle: Veterinary Focus, Vol 24/ 2014

Zur Erstellung einer ausgewogenen Ration ist fundiertes Wissen erforderlich. Mit Hilfe von auf Heimtierernährung spezialisierter Tierärzte , die computergestützte Rationsberechnungen erstellen, kann man mögliche Imbalancen ausschließen.

Es gibt keine wissenschaftlichen Langzeitstudien über die Auswirkungen, die das Verfüttern von nicht erhitztem Futter auf Hunde haben.  Sollte ein Hund an einer Grunderkrankung leiden, dann ist abzuklären, ob die erforderliche Diät durch das Barfen abgedeckt wird. Hunde, die an einer Niereninsuffizienz, also Fehlfunktion der Nieren erkrankt sind, bitte nicht barfen!


0
0

1 Kommentare

default Am 29.05.2015 antwortete Expertenteam:

Hallo Julia,

stimmt, bei der selbst zubereiteten Ration bestimmt der Hundehalter, welche Zutaten er verwendet (Art, Zusammensetzung, Qualität, Herkunft etc.), aber er übernimmt auch die Verantwortung dafür, ob die Ration den Bedarf deckt. Die Verdaulichkeit von Barf-Rationen (weil Fleisch gut verdaut wird) ist oft wirklich sehr gut, sie wäre aber nach Erhitzen der fleischlichen Bestandteile in der häuslichen Zubereitung nicht geringer (würde aber das eine oder andere Risiko minimieren). 

 

 

 

Am 28.05.2015 kommentierte Julia:

„Beim Barfen hat man den großen Vorteil zu wissen was in den Hund kommt.
Dazu kommt, dass es einfach die natürlichste Art der Ernährung ist.
Das Fleisch für einen gesunden Hund muss nicht extra erhitzt werden. Es ist erwiesen das der Hund das rohe Fleisch super verwerten kann.
Also wieso alles erhitzen, zerkleinern und zur Unkenntlichkeit vermischen?

Der gesunde Menschenverstand sagt uns bei uns selbst auch, dass ein Apfel dem Apfelkompott vorzuziehen ist.
Ich gehöre nicht der Rohkostfraktion an, alles in Maßen.

Hundefütterung sollte mit Herz, Verstand und Sachwissen stattfinden.


Kommentieren

Ich möchte erinnert werden, wenn es Neuigkeiten zu dieser Frage gibt.

Erinnern
Luxus

Artikel der Woche:
Luxus

Zum Artikel
So verdauen Hunde

Letzte Woche:
So verdauen Hunde

Hier nachlesen