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Getreidefrei füttern? /
Getreidefrei sollte es schon sein, Warum ist immer noch so viel Getreide im Futt...?

„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“


Gefragt von Oskar

Getreidefrei sollte es schon sein, Warum ist immer noch so viel Getreide im Futter?

default Expertenteam antwortet:

Hallo Oskar,

es stellt sich uns immer wieder die Frage, warum Hundenahrung unbedingt getreidefrei sein sollte.

Schaut man sich die Pluspunkte von Kohlenhydraten in der Nahrung an: schnell verfügbare Energie, Lieferant von Ballaststoffe - dann ist das Futterkonzept "unbedingt getreidefrei" auf den ersten Blick nicht selbsterklärend.

Fett ist einer der drei möglichen Energielieferanten, steht meistens aber eher auf lange Sicht zur Verfügung, weil es im Körper in den Fettzellen gespeichert wird und nicht sofort genutzt werden kann. Eiweiß wird hauptsächlich für den Aufbau und den Erhalt von Körperzellen genutzt und wird im Überschuss über die Nieren ausgeschieden, kann also nicht gespeichert werden. Der Wasserbedarf für die Energiegewinnung aus Eiweiß ist größer und die Abbauprodukte (Ammoniak, der zu Harnstoff wird) sind ausscheidungspflichtig, der Körper hat also viel zu tun mit der Verdauung von Eiweißen.

Hunde haben sich im Laufe der Domestikation an eine stärkereichere Ernährung genetisch angepasst, und das Erhitzen von kohlenhydratreicher Nahrung ermöglicht dem Hund auch eine gute Verdaulichkeit. In rohem Zustand ist Stärke (z.B. aus Kartoffeln, Weizenkörner) nicht verdaulich und führt zu Durchfall, das hat aber mit einer allergischen Reaktion nichts zu tun.

Auf das in manchen Getreidesorten (nicht nur in Weizen!) vorkommende Klebereiweiß, aber auch auf die Eweißbestandteile in Reis oder Kartoffeln sind allergische Reaktionen möglich. Einen Hund vorsorglich getreidefrei zu füttern, macht allerdings genauso wenig Sinn, wie vorsorglich nie Erdbeeren zu essen, weil man fürchtet irgendwann eine Allergie auf Erdbeeren zu entwickeln. Im Gegenteil - das Verfüttern möglichst vieler Rohmaterialien in den ersten Lebensmonaten wird zunehmen positiv diskutiert, weil der Körper bei einer allergischen Reaktion auf Fremdes mit einer heftigen, völlig überzogenen Abwehrreaktion antwortet.

Gesunde Hunde können mit oder ohne kohlenhydrathaltige Nahrung ernährt werden, bei Hunden mit einer Nieren-, Leber- oder Pankreaserkrankung kann es sogar erforderlich sein, vermehrt Kohlenhydrate einzusetzen, weil Fette oder Eiweiße reduziert werden müssen.  .



2 Kommentare

Am 09.04.2015 kommentierte Carla:

Das ist die Diskussion im Internet: "wieviel Wolf ist noch im Hund?"

Am 09.04.2015 kommentierte Mathilde:

Spannend, was die Experten bei Stiftung Warentest dazu sagen: Getreide ist ein besserer Energieträger und als Zutat durchaus geeignet.....Hunde können Stärke gut verdauen.


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