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Vegetarisch oder vegan

„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“

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Artikel von
Expertenteam

Vegetarisch oder vegan

"Fleischfresser oder Veggies“ – alles ist möglich.

Wölfe und Wildhunde fressen zumeist das ganze Beutetier „mit Haut und Haaren“, und das ist ernährungsphysiologisch auch sinnvoll.

In Zeiten mangelnder Verfügbarkeit an Beute werden aber auch Gräser, Wurzeln, Blätter und andere pflanzliche Nahrungsbestandteile gefressen.

Es ist wissenschaftlich korrekt, dass Hunde Nährstoffe brauchen, die in der Regel aus Fleisch, bzw. tierischen Rohstoffen stammen. Andererseits brauchen sie nicht „nur Fleisch“ sondern die richtige Mischung aller Nährstoffe. Also Protein, Fett, Mineralstoffe, Vitamine und Wasser. Sonst drohen ernährungsbezogene Krankheiten (wie z.B. beim "all meat syndrome") durch „Zuwenig oder Zuviel“ bestimmter Nährstoffe.

Unsere Haushunde haben sich im Zusammenleben mit Menschen einer stärker pflanzenhaltigen Ernährung angepasst. Mit einer richtig zusammengesetzten Ration, ist es daher möglich, einen Hund vegetarisch zu ernähren.

Die Beweggründe von Tierhaltern, ihren Hund vegetarisch oder vegan zu ernähren, können vielschichtig sein, sie orientieren sich aber oft an den ethischen Argumenten, die von "sich vegetarisch ernährenden Menschen" genutzt werden :

  • Fleisch, dass über große Strecken importiert wird, ist ökologisch oft problematisch.
  • Zur Herstellung von Fleisch werden große Weideflächen benötigt, für die Wälder abgeholzt werden.
  • Die Bedingungen, unter denen lebensmittelliefernde Tiere gehalten werden, schreckt viele Menschen ab.
  • Lebensmittelskandale verunsichern.
  • Tiere sind Familienmitglieder und sollen genauso „gut“ und „korrekt“ ernährt werden.

(Diesen Argumenten könnte ein Tierhalter, der weiterhin Fleisch für seinen Hund verwenden möchte, mit der Verwendung von Biofleisch begegnen).

" Veggie oder Fleisch für Hunde - beides geht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesundheitliche Argumente werden in Büchern  und im Internet mit Einzelfallschilderungen begründet, in denen kranke Hunde nach einer Umstellung auf vegetarische Ernährung wieder „gesund“ wurden.

Eine wissenschaftlich begründete Einschätzung, dass die vegetarische Ernährung von Hunden besser oder zumindest genauso gut ist, wie eine fleischhaltige Ernährung, kann momentan nicht gegeben werden, weil es noch keine Langzeiterfahrungen in größerem Umfang vor allem mit standardisierten Rationszusammenstellungen gibt.

Fakt ist: Verantwortungsbewusste Hundehalter ergänzen ihre vegetarische Ration mit essentiellen Nährstoffen, die in pflanzlicher Nahrung nicht enthalten sind. Genauso, wie dies Tierhalter machen müssen, die Barfen (=Bone and raw feeding – Rohfütterung) oder die Nahrung für ihren Hund selber herstellen.

Noch wichtiger ist die Bilanzierung der Nährstoffe bei vegan ernährten Hunden. Jede Fütterung, ob industrielle Fertignahrung, Rohfütterung, Selberkochen oder vegetarisches Hundefutter, hat seine Vor- und Nachteile. Auf den Besitzer und seinen Hund abgestimmt, kann eine für diesen Hund  perfekte Diät in der Verfütterung an einen anderen Hund „versagen“.


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