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Preyen - ein neuer Trend /
Nach Barfen kommt Preyen

„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“

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Artikel von
Expertenteam

Nach Barfen kommt Preyen

Das ganze Beutetier statt nur Teile davon roh zu verfüttern, ist der Grundgedanke bei der Whole-Prey-Methode.

Wenn diese Methode angewandt wird, dann ist das Beutetier mitsamt dem Fell, den Krallen, dem Blut und den Knochen zu verfüttern, was naturgemäß nur bei kleineren Beutetieren, wie Kaninchen oder Hühnern möglich ist. Selbstverständlich wird das Beutetier nicht erhitzt, also roh verfüttert.

Auch dieser neue Trend verweist darauf, dass Hunde wie Wölfe ernährt werden müssen. (Dass sich Hunde und Wolf in der Evolution allerdings schon vor mehr als 10.000 Jahren getrennt und verschieden weiterentwickelt haben, darauf wurde schon im Artikel zum „Barfen“ Bezug genommen).

Wie unterscheidet sich die Prey Methode vom Barfen?

Durch die Verfütterung des Magen-Darmkanals werden keine pflanzlichen Bestandteile extra hinzugefügt. Das gesamte Beutetier incl. Blut, Krallen, usw. deckt den Bedarf

Was die Zusammensetzung des Beutetieres angeht (Beispiel Kaninchen), macht Muskelfleisch ca. ein Viertel des Tiere aus.

Bilanzierung der Nährstoffe:

bietet man ein 400 g Kaninchen einem 25 kg schweren Hund vollständig! zur Aufnahme an, dann sind alle essentiellen Nährstoffe abgedeckt.

Bilanzierung der Nährstoffe
 

Protein

(g)

Kalzium

(g)

Phosphor

(g)

Ca:P

Natrium

(g)

Kupfer

(mg)

Zink

(mg)

400 g Kaninchen 87,3 5,88 4,73 1,2:1 2,21 3,93 33,3
Bedarf 25 kg Hund 56 1,46 1,12 1,3:1 0,29 2,24 22,4

(Quelle: Prof. Dr. Petra Wolf, Vortrag „Wie viel Wolf steckt noch im Hund?“ im Wolfs-Center in Dörverden am 18.04.2015)

Wie wird „preyen“ durchgeführt?

Die Tagesration wird wie beim Barfen mit 2 bis 3% des Körpergewichts berechnet.

Das macht es bei kleinen Hunden schwieriger, mit ganzen Beutetieren zu arbeiten. Das Beutetier zu zerlegen, würde bei allen Beutetieren die größer als ein Huhn oder ein Schlachtkaninchen sind, erforderlich. Das führt zum Beispiel über den Blutverlust beim Auseinanderschneiden schon  zu einer möglichen Verschiebung der Nährstoffbilanz.

" Oh je, und wie geht es nun weiter?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Liste mit den Nährstoffen kleinerer Beutetiere, die zur ganzen Verfütterung angeboten werden können, zeigt, dass Abwechselung bei den angebotenen Beutetieren zu empfehlen ist.

Mineralstoffgehalt in Beutetieren
 

Kalzium

g/kgTS

Phophor

g/kgTS

Natrium

g/kgTS

Kupfer

mg/kgTS

Zink

mg/kgTS

Eisen

mg/kgTS

Eintagsküken

Huhn

Kaninchen

Masthähnchen

Pute

Hering

20,8

26,8

24,4

22,0

25,6

1,08

14,7

15,9

19,6

15,2

17,1

4,05

7,16

4,56

9,16

5,68

6,35

1,89

7,00

8,12

16,3

13,2

11,6

5,45

72,1

91,2

138

99,8

90,2

14,3

120

178

616

254

203

30,0

Rindfleisch (mager)

0,28 4,44 2,19 3,59 83,4 97,2
Empfehlung* 6-10 4-8 2-5 10-15 100 100

* für einen ausgewachsenen Hund laut NRC 2006

(Quelle: Prof. Dr. Petra Wolf, Vortrag „Wie viel Wolf steckt noch im Hund?“ im Wolfs Center in Dörverden am 18.04.2015)

Ähnlich wie beim Barfen gibt es keine Langzeiterfahrung mit der Umsetzung dieses Fütterungstrends.

Besorgung, Aufbewahrung und Zubereitung der Beutetiere werden für einige Halter eine „Herausforderung“ sein.


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