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gibt es Futter für Hunde mit schlechten Zähnen

„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“

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Gefragt von Thore

gibt es Futter für Hunde mit schlechten Zähnen

default Expertenteam antwortet:

Hallo Thore,

die vorher zu klärende Frage ist natürlich die, nach der Diagnose. Hat der Tierarzt Karies festgestellt (absolut selten bei Hunden, denn im Unterschied zum Menschen kann man bei weniger als 5% aller Hunde Karies feststellen. Die Speichelzusammensetzung und die Zahnstruktur von Hunden und Menschen sind sehr verschieden, deshalb können die karieserzeugenden Bakterien in der Maulhöhle von Hunden kaum Schaden anrichten.

(Quelle: Karies bei Hunden/Caries in dogs: J. Dental Res 1965, 44, 1354, http://jdr.sagepub.com, caries in pets: http://avds-online.org/info/cavities.html.)

Das Problem in der Maulhöhle von Hunden heißt „Parodontitis“ (Erkrankungen des Zahnhalteapparates) und betrifft vier von fünf Hunden, die älter als zwei Jahre alt sind.Dieses Krankheitsbild ist von vielen Faktoren abhängig, z.B. haben kleine Hunde mit einem kurzen Fang größere Probleme als andere, weil die Zahnzwischenräume sehr eng sind und damit der Speichel nur eine eingeschränkte Spülfunktion hat - das macht dann "schlechte Zähne".

Ist also Parodontits (massiver Zahnbelag, der zu Zahnstein mineralisiert und bis hin zu Auflösung des Kieferknochens gehen kann) das Problem, dann ist diese Erkrankung unabhängig vom Futter, dass dein Hund bieslang bekommt, weil sich Zahnbelag schon zwei Stunden nach seiner Entfernung durch Ultraschall wieder neu bildet.

Gegen den Zahnbelag kann man mechanisch vorgehen (Prinzip Scheibenwischer im Auto). Das passiert durch die Textur des Futters oder durch Zusätze im Produkt. Bei der Herstellung vonTrockenfutter oder Zahnpflegesnacks werden in einigen Produkten bestimmte "Aktivstoffe" eingesetzt. Sie führen dazu, dass der Mineralstoff Kalzium aus dem Speichel "gefangen" wird, der sich in den Zahnbelag einnisten und ihn verhärten könnte. Dadurch wird die Entstehung von Zahnstein gebremst.

Zahnbelag lässt sich entweder mechanisch (Zahnbürste, bestimmte Form des Kausnacks, Zahnreinigung mit Ultraschall beim Tierarzt) oder "chemisch" entfernen. Regelmäßiges Zähneputzen ist die Methode der Wahl, unabhängig davon, was dein Hund frisst. Möchtest du eine Anleitung dazu? Dann klicke hier.

Wenn dein Hund andere Zahnprobleme hat (Zahnfrakturen, Zahnfisteln, massive Schiefstellung der Zähne, bleibende Milchzähne usw.), dann kann am besten deine Tierärztin beraten und einen Therapieplan aufstellen, der vermutlich eine Zahnoperation miteinschließt.

Da ist über Futter leider "nix" mehr zu machen :-).


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