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Hund verliert seit einiger Zeit extrem Haare,euer Trockenfutter abgesetzt und ei...?

„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“

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Gefragt von Harry

Hund verliert seit einiger Zeit extrem Haare,euer Trockenfutter abgesetzt und ein anderes Produkt gekauft seitdem is alles gut. Erklärung???

default Expertenteam antwortet:

Hallo Harry,

jetzt von Qualitätskontrollen, Fütterungstests und ihren Ergebnissen oder Hundehaltern, die uns über gute Fellqualität berichten, zu sprechen wäre wohl wenig hilfreich. Hast du doch gerade eine andere Erfahrung gemacht.

Da wir nicht viel über deinen Hund wissen, können wir nur allgemeine Aussagen machen.

Du sprichst von extremen Fellverlust, was dann den normalen saisonalen Haarausfall (Winterfell), oder den hormonellen bei Hündinnen nach der Geburt, ausschließt. Damit spricht man von Alopezie = Ausfall von Haaren, der zur Lichtung oder bis zum vollständigen Fehlen des Haarkleides führt.

Medizinisch betrachtet kann es viele Ursachen zu vermehrten Fellverlust (Alopezie) geben

Bei entzündlichen Veränderungen der Haut:

  • endokrine Störungen, z.B. eine Unterfunktion der Schilddrüse,
  • Infektionen, z.B. Hautpilz
  • Parasiten, z.B. Räudemilben
  • Allergien, z.B. eine Atopie (häufig saisonal)
  • und andere, wie z.B. auch psychogene Störungen

Wenn die Haut unverändert ist und der Hund ansonsten auch nicht weiter auffällig,also klinisch gesund ist:

  • genetisch bedingte Hypotrichose
  • Streß, Trauma, Schock, Fieber, Geburt,
  • endokrine Störungen, z.B. Hypoöstrogenismus (zuwenig weibliche Hormone)

Die Auflistung soll nicht bange machen oder ablenken, sondern zeigen, dass extremer Haarausfall jede Menge Ursachen haben kann, von denen manche auch nur eine bestimmte Zeit zu finden sind. Beispiel dafür kann die Flohspeichelallergie, die Atopie oder die Regeneration nach einer stressigen Phase sein. Das Abklingen von Symptomen hierauf, kann zeitlich mit einem Futterwechsel zusammentreffen, was dann beim Hundehalter verständlicherweise den Eindruck erweckt, die Ursache sei das alte Futter gewesen.

Gab es außer Fellverlust noch andere Symptome: stärkerer Hautgeruch als sonst, Juckreiz, stumpfes Fell?  Was hat der behandelnde Tierarzt gesagt?

 

 


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2 Kommentare

Am 03.02.2015 kommentierte Das Expertenteam:

„Hallo Harry,
auch wenn das jetzt "besserwisserisch" rüberkommt: es gibt keine Allegie auf ein "Futter" (weder auf Pedigree, noch Bozita, noch Earthborn Holistic, oder ein anderes). Die allergische Reaktion wird durch einen bestimmten Bestandteil in diesem Futter hervorgerufen, in den meisten Fällen tierische Eiweiße (Z.B. Milch, Rind, Geflügel).

Das ist vergleichbar mit einer Allergie auf Erdnüsse beim Menschen. Unabhängig davon, ob die Erdnüsse verarbeitet sind, oder ob sie vom Discounter, oder aus dem Bioladen stammen. Nur ein Vermeiden dieses Bestandteiles kann die Allergie verhindern.
Übrigens: je mehr Erdnüsse auch in Deutschland verzehrt werden, desto größer ist die Zahl der Erndussallergiker bei uns, in den USA liegt sie mittlerweile bei ca. 1% der Bevölkerung. Deshalb sind Erdnüsse aber nicht gefährlich (außer für Allergiker natürlich) oder ungeeignet für die menschliche Ernährung.

Wie wird bei einer vermuteten Futtermittelallergie eine Diagnose gestellt?
Die sicherste Diagnosestellung ist über eine Eliminationsdiät möglich (das wäre bei einer festgestellten Allergie dann auch die Behandlung).

Labortests (z.B. die Bestimmung von Antikörpern) sind nicht so gut geeignet. Auch die sogenannten Intrakutantests (Spritzen der Allergene unter die Haut, dabei wird die „Quaddelbildung“ an Hand der Größe gemessen) reagieren nur bei Allergien, die mit Reaktionen in der Haut, nicht im Darm einhergehen.

Ohne eine Eliminationsdiät ist die Diagnosestellung "Allergie auf Futter" recht "hemdsärmelig" getroffen worden.

Es bleibt Ihre Beobachtung, dass Ihr Hund nach einer Futterumstellung von Pedigree auf ein anderes Futter eine bessere Fellqualität hat und die nehmen wir auch sehr ernst.

Es ist natürlich möglich, dass er auf einen Nahrungsbestandteil in Pedigree allergisch reagiert. Das heißt aber keineswegs, dass Hunde nach ein paar Jahren Pedigree allergisch auf Pedigree reagieren müssen. Das heißt allerdings durchaus, dass rein statistisch gesehen, mehr Hunde auf einen Bestandteil in einem Futter reagieren können (z.B. Rind in Pedigree), je mehr Hunde mit diesem Futter ernährt werden.
Hunde können auf Bestandteile!, die sie jahrelang gut vertragen haben, eine Allergie oder Unverträglichkeit entwickeln..
Deshalb werden Eliminationsdiäten zur Feststellung von Futtermittelallergien ja auch mit Bestandteilen durchgeführt, mit denen der Hund bislang noch keinen Kontakt gehabt hat (Pferdefleisch, Capelin, Straussenfleisch usw.).

Daher ist Ihre Entscheidung, kein Pedigree zu füttern, absolut verständlich, uns war es nur wichtig, die Zusammenhänge klar zu stellen.

Am 28.01.2015 kommentierte Harry:

„Tierarzt hat eine allergische Reaktion aufs Futter festgestellt. Das selbe Problem kenne ich mittlerweile von mehreren Hunden die auch Pedigree gefüttert bekommen haben. Scheinbar löst ihr Futter nach langjähriger Fütterung Allergien aus. Anders konnte mir der Tierarzt es auch nicht erklären. Mein Hund ist ansonsten Kerngesund mit seinen 8Jahren. Fellwechsel normal kein Stress sonst auch keine weiteren Probleme. Seit dem Futterwechsel alles wieder gut Fell super alles wieder gut zugewachsen. mfG“


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