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Fleischmehl, Tiermehl, Gammelfleisch - alles, nur kein Fleisch?

„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“

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Expertenteam

Fleischmehl, Tiermehl, Gammelfleisch - alles, nur kein Fleisch?

Fleischmehl wird aus den gleichen frischen Rohmaterialien hergestellt, wie frisches Fleisch, das in Tiernahrung deklariert wird. Es ist aber konzentrierter, da Wasser entzogen wurde.

Wenn der Prozess der Verarbeitung über die reine Kühlung hinaus geht (z.B. wenn frisches Fleisch für den Transport eingefroren wird) verbietet es der Gesetzgeber, dass Hersteller das Rohmaterial mit dem Zusatz „frisch“ deklarieren. Das heißt aber nicht, dass Fleischmehle von schlechterer Qualität sind.

Die eingesetzten Fleischmehle unterliegen einem Mindestproteingehalt, der sich zwischen 45% und 60% bewegt, sowie einem Fettgehalt von maximal 20%. Frischfleisch enthält vergleichsweise 10-20% Protein und weniger als 10% Fett, weil es ja noch Feuchtigkeit enthält.

Fleischmehle werden hergestellt durch Trocknen und Mahlen der Fleischteile und Knochen. Das teilweise Entfernen von Fett schließt dann den Prozess ab. Der niedrige Feuchtigkeitsgehalt und der relativ niedrige Fettgehalt reduzieren das Risiko der Verderbnis.

Es gibt verschiedene Arten von Fleischmehl. Manche Fleischmehle haben einen sehr hohen Mineralstoffgehalt (Rohasche /bzw. anorganische Bestandteile), was auf einen hohen Knochenanteil oder viel Quarz und Sand aus dem Magen der großen, pflanzenfressenden Schlachttiere hinweisen kann.

Fleischmehle  für die Herstellung von Trockennahrung (Kategorie 3) wird prinzipiell aus den gleichen Rohmaterialien hergestellt wie Feuchtnahrung. Also von Schlachttieren.

Geflügelmehl wird aus Nebenprodukten der Geflügelschlachtung (u.a. Geflügelinnereien) gewonnen.

Tiermehl ist nicht gleichzusetzen mit Fleischmehl.

Tiermehl ist ein Produkt der Tierkörperverwertung und seine Verfütterung an Hunde ist verboten. Es ist nicht dasselbe wie Fleischmehl, das aus Kategorie 3 Rohmaterialien hergestellt wird. Hochwertige Fleischmehle bieten einen ausgezeichneten Nährwert, denn Fleischmehle sind eine konzentrierte Quelle von Proteinen, Fetten und Mineralstoffen.

Vor der BSE Krise (2000) war es in Europa gesetzlich durchaus erlaubt, Tiermehl  aus Tierkörperbeseitigungsanlagen (in denen auch „euthanasierte“ Hunde und Katzen aus Tierarztpraxen verwertet wurden) in Heimtiernahrung  zu verwenden.

Die Konsequenz dieser Form des „Kannibalismus“ war die Einführung der Kategorien 1-3 und das Verbot, Tiermehl zu verfütternDie Beseitigung sämtlicher tierischer Nebenprodukte ist in der Praxis nicht möglich, da sie zu unannehmbaren Risiken für die Umwelt und zu untragbaren Kosten führen würde.  Umgekehrt liegt es im Interesse aller, verschiedenste Arten tierischer Nebenprodukte sicher und nachhaltig für vielfältige Zwecke zu verwenden, sofern die Gesundheitsrisiken verringert werden.

Gammelfleisch

Gefrorenes Fleisch, über das Verfallsdatums hinaus als frisches Fleisch zu verkaufen, ist nicht legal aber  i.d. Regel (abhängig von sachgerechter Lagerung und Kühlung, bzw. wie lange es schon gelagert wird) nicht gesundheitsschädlich, weder für Menschen noch für den „Aasfresser Hund“.

Es ist aber in der menschlichen Ernährung nicht mehr verkehrsfähig, weil es gegen Hygieneauflagen verstoßen hat.

Zur Herstellung von Heimtiernahrung werden große, kalkulierbare Mengen an Rohmaterialien in gleichbleibender Qualität benötigt. Gammelfleisch ist, wenn schon nicht ethisch, dann zumindest wirtschaftlich für Tiernahrungshersteller nicht von Interesse. Ein Markt, also Angebot und Nachfrage von überlagertem Fleisch, existiert nicht.


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