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„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“

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Artikel von
Expertenteam

Tierische Nebenerzeugnisse

Ungerechtfertigt schlechter Ruf

Tierische Nebenerzeugnisse im Hundefutter auf einen Blick:

  • Tierische Nebenerzeugnisse sind keine Kadaver aus Tierkörperbeseitigungsanalagen und stammen nicht aus obskuren Quellen. Die rechtliche Definition von tierischen Nebenerzeugnissen im Hundefutter, die für die Ernährung aller Tiere (Heimtiere und lebensmittelliefernde Tiere) gilt,  findet man in der EG Verordnung Nr. 1069/2009/EG.
  • Sie stammen von Tieren, die für die menschliche Ernährung geschlachtet wurden, die heutzutage aber nicht mehr vollständig verzehrt werden, weil sich unsere Ernährungsgewohnheiten geändert haben.
  • Die Verwendung der tierischen Nebenerzeugnisse wird strikt reguliert und kontrolliert.
  • Die Lebenserwartung von Heimtieren ist in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gestiegen, daran hat auch die ausgewogene Ernährung mit Fertignahrung, die „Tierische Nebenerzeugnisse“ verwendet, ihren Anteil.

Tierische Nebenerzeugnisse im Hundefutter Ein Beispiel für Innereien - Nieren vom Schwein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Hund lebt nicht nur von Fleisch allein.

Stimmt, denn Hunde sind Beutetiergreifer und – Fresser. Die Zusammensetzung des Beutetieres muss in den Produkten simuliert werden. Und das geht nicht über 100% Fleisch.

Warum nicht nur Fleisch?  Das (beinahe) gesamte Beutetier und damit auch tierische Nebenerzeugnisse zu fressen, ist ernährungsphysiologisch sinnvoll.

In der Literatur gibt es ein Krankheitsbild, das im Englischsprachigen „all-meat-syndrome“ genannt wird, eine ernährungsbedingte Regulationsstörung der Nebenschilddrüse (sekundärer, nutritiver Hyperparathyreoidismus) bei reiner Fleischfütterung, der durch den hohen Phosphor- und den geringen Kalziumgehalt in Muskelfleisch entsteht. Als „Beutetierfresser" oder Semikarnivoren  sind Hunde keine reinen Fleischfresser.

Alleinfuttermittel (Mischfuttermittel, das wegen seiner Zusammensetzung für eine tägliche Ration ohne ergänzende  Zusätze geeignet ist) für Hunde muss alle lebensnotwendigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis zueinander und im richtigen Verhältnis zu den aufgenommenen Kilokalorien enthalten. Wölfe und Wildhunde fressen auch nicht zuerst und ausschließlich das Muskelfleisch, sondern das gesamte Beutetier. Dazu gehört auch der mit pflanzlichen Nahrungsbestandteilen gefüllte Magen-Darmkanals bei großen Pflanzenfressern.

Tierische Nebenerzeugnisse im Hundefutter Milz vom Schwein - ein tierisches Nebenerzeugniss


1 Kommentare

default Am 25.05.2015 antwortete Expertenteam:

Hallo Frau Karamol,

vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar.

Wenn einem Produkt Zucker hinzugefügt wird, dann steht das auf der Verpackung deklariert. Mehr Infos zu Zucker gibt es in dem Artikel: Zucker-Nein Danke? zu lesen.

(Die Menge des zugefügten Zuckers bei Alleinnahrungsmittel liegt übrigens bei unter 0,5% - in dieser "Konzentration" hat Zucker wirklich gar nichts mit Diabetes mellitus oder Karies bei Hunden zu tun. Diabetes bei Hunden steht in Verbindung mit Alter und/oder Übergewicht)

Salz (Natriumchlorid) wird hinzugefügt, bis die optimale Menge, die die Experten für Hunde fordern, erreicht wird. Natrium wird in der nervalen Erregungsleitung für alle Zellen im Körper eines Säugtieres benötigt - ohne "Salz" würde das Herz nicht schlagen, demnach ist Salz also ein lebensnotwendiger Nährstoff. Das Minimum bei Hundefutter (auf 100 Gramm Trocksubstanz bezogen, liegt bei 0,10 g Natrium und 0,15 g Chlor). Berechnet auf 1000 kcal metabolisierbare Energie: 0,25 g Natrium und 0,38 g Chlor.

Salz ist für Hunde im Unterschied zu uns Menschen kein Aroma- oder Lockstoff. Hunde nehmen mit ihrer Beute genügend Natrium und Chlor auf (im Unterschied zu den großen Pflanzenfressern - denn in Gras ist nicht viel Natrium - deshalb lieben Pferde Salzlecksteine und Hunde nicht :-))

"Fritiert" werden Trockenfutterprodukte nicht, aber mit einem Spray besprüht, das z.B. nach dem Extrudieren hitzeempfindliche Nährstoffe (essentielle Fettsäuren) auf die Bröckchen verbringt. Deshalb fühlen sich die Trockenfutterbröckchen manchmal "fettig" an.

Am 23.05.2015 kommentierte Mechthild Karamol:

„Hallo,
es war sehr informativ einmal genau zu wissen was Tiernebenprodukte im Futter bedeutet. Trotzdem möchte ich wissen, ob im Trockenfutter Zucker und Salz(e) zugefügt sind und ob das Futter frittiert wird? “


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