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Tierische Nebenerzeugnisse sollte ein Hund nicht fressen ,warum verwendet ihr da...?

„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“


Gefragt von Paul

Tierische Nebenerzeugnisse sollte ein Hund nicht fressen ,warum verwendet ihr das?

default Expertenteam antwortet:

Hallo Paul,

zuerst die Definition, denn tierische Nebenerzeugnisse sind kein unnützer Abfall, obwohl das immer wieder behauptet wird.

Tierische Nebenerzeugnisse (z.B. Innereien wie Herz und Leber, Knochen, Magen) sind alle Bestandteile eines Tieres, die nicht unter den Begriff (Muskel)-Fleisch fallen und die als nährstoffreich gelten.

Können „Abfälle aus der menschlichen Nahrungskette“ also gut für  Hunde sein?

Ja, können sie, sogar sehr gut. Diese „Abfälle“ wurden noch vor wenigen Jahrzehnten auch von uns Menschen verzehrt. Im Unterschied zum Ausschlachtungsgrad eines Rindes (weniger als 50% gehen in die Ernährung des Menschen) veränderten sich unsere Essgewohnheiten, so dass genügend hochwertige tierische Nebenerzeugnisse für die Heimtierernährung überbleiben.

In der heutigen Zeit kritisieren manche Tierhalter die Verwendung von Nebenerzeugnissen in der Ernährung ihrer Hunde aus ethischen Gründen. Ernährungsphysiologisch gibt es aber folgende Beobachtung: die Lebenserwartung von Hunden ist seit den achtziger Jahren deutlich gestiegen. Im Durchschnitt leben sie heute 3,3 Jahre länger, d.h. 12,7 Jahre. (Quelle: my-online-panel 2014). Verantwortlich für diese Entwicklung ist neben verbesserter tierärztlicher Diagnostik und Therapie und gestiegenem Know How bei den Tierhaltern vor allem auch die ausgewogenere Ernährung durch ein ausgewogenes Fertigfutter, das nicht nur aus Muskelfleisch besteht

Hunde sind Beutetiergreifer und – Fresser. Die Zusammensetzung des Beutetieres müssen in den Produkten simuliert werden. Und das geht nicht über 100% Fleisch.

Warum nicht nur Fleisch?  Das (beinahe) gesamte Beutetier zu fressen, ist ernährungsphysiologisch sinnvoll. In der Literatur gibt es ein Krankheitsbild, das im Englischsprachigen „all-meat-syndrome“ genannt wird, eine ernährungsbedingte Regulationsstörung der Nebenschilddrüse (sekundärer, nutritiver Hyperparathyreoidismus) bei reiner Fleischfütterung, der durch den hohen Phosphor- und den geringen Kalziumgehalt in Muskelfleisch entsteht. Als „Beutetierfresser" oder Semikarnivoren  sind Hunde keine reinen Fleischfresser.

Alleinfuttermittel (Mischfuttermittel, das wegen seiner Zusammensetzung für eine tägliche Ration ohne ergänzende  Zusätze geeignet ist) für Hunde muss alle lebensnotwendigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis zueinander und im richtigen Verhältnis zu den aufgenommenen Kilokalorien enthalten. Wölfe und Wildhunde fressen auch nicht zuerst und ausschließlich das Muskelfleisch, sondern das gesamte Beutetier. Dazu gehört auch der mit pflanzlichen Nahrungsbestandteilen gefüllte Magen-Darmkanals bei großen Pflanzenfressern.

Wölfe fressen beinahe das gesamte Beutetier. Nur die Hufe, der Schäde und andere sehr große Knochenl und die Gallenblase bleiben oft über.



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