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„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“

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Artikel von
Expertenteam

Das nicht vom Tisch

Hunde und Menschen ernähren sich verschieden, diese für Hunde giftigen Lebensmittel gehören nicht in den Napf.

Das besser nicht vom „Tisch des Herrn“ füttern.

Das Schokolade für Hunde tödlich sein kann,  hat sich mittlerweile rumgesprochen. Aber Walnüsse, Rosinen, Zwiebeln, Avocados, Obstkerne und Süßstoff sind auch nicht ohne. Leider bedienen sich unsere Hunde gerne selber. Ab wann kann es gefährlich werden? Hinweise gibt es hier.

Vergiftungen durch Weintrauben und Rosinen bei Hunden

Nur 120g Weintrauben ( ein Viertel Schälchen) können für einen 40 kg Hund schon zu viel sein.

1989 wurden die ersten Fälle von Vergiftungen durch Rosinen im Animal Poison Control Centre (APCC) gemeldet. Von April 2003 bis April 2004 wurden 140 Fälle bekannt, bei denen 50 Hunde Symptome entwickelten und 7 Hunde starben.

Seit der Zeit wurden in den USA und in Großbritannien weitere Fälle gemeldet. Bislang sind nur bei Hunden Reaktionen beobachtet worden.

 Die Symptome einer Vergiftung reichen von Erbrechen, über schwerwiegende Magen-Darm Probleme (Durchfall, Appetitlosigkeit), lethargisches (viel zu ruhiges) Verhalten, Bauchschmerzen und akutem Nierenversagen.

 2,8g  Rosinen pro Kilogramm Körpergewicht und 19,6 g Weintrauben waren die kleinste bislang gefressene Menge, die zu Vergiftungserscheinungen führte.

Allerdings ist die Schwere der Erkrankung nicht dosisabhängig.  Ein Hund erkrankte durch die Aufnahme von nur 10 bis 12 Weintrauben.

Ärgerlich, aber die giftige Substanz konnte bislang nicht identifiziert werden.

Mykotoxine, Schwermetalle, Pestizide oder Vitamin D als Auslöser einer Reaktion konnten bislang ausgeschlossen werden. Dabei können alle Arten von Weintrauben problematisch sein. Unabhängig davon, ob sie selber angebaut oder im Laden gekauft wurden.

Quelle: F.E.D.I.A.F.NUTRITIONAL GUIDELINES FOR COMPLETE AND COMPLEMENTARY PET FOOD FOR CATS AND DOGS, Juni 2013

 

Vergiftungen durch Schokolade bei Hunden

Nur 4g gefressenes Kakaopulver pro kg Körpergewicht können schon bewirken, dass ein Hund nicht mehr zu retten ist.

Schokolade, aus Resten der Kakaobohnenverarbeitung, wurden als Nebenprodukt während des Zweiten Weltkrieges an Schweine, Kälber, Hunde und Pferde verfüttert.

Zu dieser Zeit wurde die Vergiftungsgefahr erstmalig erkannt. Heutzutage steigen die Vergiftungsfälle besonders zu Ostern und Weihnachten (Bunte Teller mit schokoladehaltigen Süßigkeiten) an. Ungesüßte Backschokolade enthält bis zu 20 mg Theobromin pro Gramm.

 Die giftige Substanz sind Alkaloide aus der Gruppe der Methylxanthine, vor allem Theobromin ist giftig. Hunde sind besonders empfindlich, weil sie Theobromin viel langsamer abbauen als der Mensch. Durch den langsamerenn Abbau in der Leber entsteht ein kumulativer Effekt (das Gift sammelt sich an). Daher wird selbst durch kleine Mengen, wenn sie häufiger gefressen werden, eine Vergiftung ausgelöst. Möglicherweise verstärkt Kaffein (auch in Schokolade enthalten) diese Vergiftungswirkung.

Die Symptome einer Vergiftung reichen von Erbrechen, Durchfall, Muskelzittern und Herzarrhythmien, Krämpfen, Nierenversagen, Bewusstlosigkeit  bis zum Tod. Typisch sind Symptome, die das zentrale Nervensystem betreffen, z.B. Tachykardie (Herzrasen), Atemprobleme und Hyperaktivität.

  Die LD50 ( bei dieser Dosis sterben 50% aller Hunde) von Theobromin liegt zwischen 250mg und 500mg pro kg Körpergewicht.

 Quelle: F.E.D.I.A.F.NUTRITIONAL GUIDELINES FOR COMPLETE AND COMPLEMENTARY PET FOOD FOR CATS AND DOGS, Juni 2013

 

Vergiftungen durch Zwiebeln und Knoblauch bei Hunden

Seit 1930 ist bekannt, dass Hunde auf Zwiebeln (roh, gekocht  oder getrocknet) empfindlich reagieren. 

Die giftigen Substanzen (schwefelhaltige Inhaltsstoffe z.B.  Allicin) führen durch Oxidation zur Bildung von sogenannten Heinz-Körpern, das sind unterm Mikroskop sichtbare Verklumpungen des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten).

Die daraus folgenden Symptome reichen von Erbrechen, Durchfall,  Blutarmut (Anämie) mit weißen Schleimhäuten bis hin zu Gelbsucht und Nierenversagen.  

 Kleine Mengen können bereits giftig sein, was aber oft schwierig nachzuvollziehen ist, weil zwischen der Aufnahme und dem Auftreten der Symptome mehrere Tage liegen können. Das gilt auch für Knoblauch.

5 bis 10 g Zwiebeln pro Kilogramm Körpergewicht sind bereits giftig. Egal ob sie roh oder gekocht  gefressen werden.

Quelle: F.E.D.I.A.F.NUTRITIONAL GUIDELINES FOR COMPLETE AND COMPLEMENTARY PET FOOD FOR CATS AND DOGS, Juni 2013

 

Vergiftungen durch Xylitol (Süßstoff)

Xylitol ist ein Zuckerersatz (Süßstoff), der zunehmend in Produkten für Menschen genutzt wird, z.B. Backwaren und zuckerfreien Kaugummis. Die Süßkraft entspricht der von Zucker, hat aber nur 2/3 seiner Kilokalorien.

Wenn mehr als 0.1 g Xylitol pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes aufgenommen wurde, sollte der Hund sofort dem Tierarzt vorgestellt werden.

Die Symptome reichen von Erbrechen, über Hypoglykämie (Zuwenig Zucker im Blutkreislauf mit den Folgen Ataxien (Die Koordination von Bewegung ist gestört, der Hund taumelt), Kollaps und Krämpfen) –  bis hin zur Nekrose (Absterben von Zellen) der Leber. Die Ursache ist noch ungeklärt.

 Die kleinste bislang gefressene Menge, die zu Leberversagen führte, lag bei 0.5 g/kg Körpergewicht. 

Andere künstliche Süßstoffe wie Saccharin, Aspartam und Sucralose werden bislang als sicher eingestuft.

 Quelle: Xylitol toxicosis in dogs, Eric K. Dunayer, Veterinary medicine Dezember 2006

 

Vergiftungen durch Avocados

Avocados (die gesamte Frucht) enthalten Persin, das giftig für Hunde ist. Das Toxin greift den Herzmuskel an.

Die Symptome reichen von Husten über Atemnot, erhöhter Herzfrequenz bis hin zu Wasseransammlung unter der Haut und im Bauch.

 Die Ursache und die tödliche Dosis sind bislang leider noch nicht bekannt.

 

Vergiftungen durch zerbissene Obstkerne

 In Samen und Körnern zahlreicher Früchte (Aprikosen, Kirsche, Pfirsich, Pflaume, Vogelkirsche) ist Blausäure als Glykosid enthalten.

 Hohe Blausäuredosen schädigen Atmung, Kreislauf und Herzmuskel. Blausäure reizt die Schleimhäute.  Die Symptome reichen von Speicheln, Erbrechen, erhöhter Herzfrequenz, Atemnot bis hin zum Verlust des Bewusstseins.

 Die minimal letale Dosis von Blausäure oder Zyankali für Hunde liegt bei 2 mg/kg Körpergewicht.

 Ihre orale DL50 wird beim Menschen mit 1 mg/kg Körpergewicht angenommen. Für einen Erwachsenen werden 60 Stück, für Kinder 5-10 Stück angegeben. Demnach wären 20 Bittermandeln für einen Hund als äußerst problematisch anzusehen.

 " Ich habe Bauchweh, sprich mich nicht an.


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