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„Sitz, Platz, Aus – das kleine Einmaleins“

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Expertenteam

Ball-Junkie

Vorsicht - Ball-fanatisch

Spaziergänge mit Schnuppereinlage, Spielen mit den anderen Hunden auf der Gassi-Runde, kurze Pausen mit entspannten Kuscheleinheiten – mit manchen Hunden geht das nicht mehr.

Sobald ein Ball in der Nähe ist, kann man alle Anzeichen einer Abhängigkeit sehen. Totale Fixierung auf den Ball, keine anderen Lebewesen in der Nähe werden wahrgenommen oder weggebissen. Der Spaziergang besteht nur noch aus Ball aufnehmen, Werfen, Hinterherflitzen… Ball aufnehmen, usw.

Manche Rassen scheinen stärker empfänglich für diese Form der Abhängigkeit zu sein. Rassen mit einem großen Bedarf an Beschäftigung (z.B. Border Collie) sind bekannt dafür. Auch Hunde, die ein sehr intensives Jagd- und Beutefangverhalten zeigen, sind gefährdet, Ball Junkies zu werden. Besonders, wenn das Ballspielen als Ersatz zum Abbau ihres Jagdtriebes genutzt wurde.

" Collie fängt Luftblase

 

 

 

 

 

 

 

 

Anfangs ist es praktisch für den Hundehalter seinen Hund mit einem Ball müde zu spielen. Die Wurfweite wird durch diverse Hilfsmittel unterstützt, die im Zoofachgeschäft erhältlich sind.  Damit schafft man schon ordentlich „ Meter“. Und dem Hund scheint es ja einen Riesenspaß zu machen.

Bis der Moment kommt, an dem der Ball oder der Stock den Spaziergang bestimmt.

Da hilft nur noch "Entzug", also wirklich den Ball erst einmal nicht mehr anbieten und dem Hund die Möglichkeit geben, wieder ein vielseitiges Leben führen zu können.

Der nächste Schritt: das Ball-Spielen verändern. Statt einfach so weit wie möglich den Ball wegzuwerfen, wird er jetzt auch mal versteckt. Andere Möglichkeit: zwei oder mehr farblich unterschiedliche Bälle werden auf den Boden gelegt und der Hund darf den "richtigen" erst auf Hörzeichen  ("Hol den roten Ball") holen. Das Ziel sind Aufgaben, die der Hund mit dem Ball lösen kann, bei denen er mental gefordert ist.

Noch ein paar Kommentare zu Spielsachen, die geworfen werden:

Bitte keine Tennisbälle. Ihre filzartige Oberfläche rubbelt oder schleift den Zahnschmelz auf den Zähnen regelrecht ab.

Das kann mit einem harten Gummiball nicht passieren. Hier ist es eher wichtig, dass der Ball nicht zu klein und nicht zu groß für das Maul des Hundes ist. Zu kleine Bälle können versehentlich verschluckt werden, vor allem, wenn sie im Flug gefangen werden und noch so richtig schön "speichelfeucht" sind. Zu große Bälle kann der Hund nicht aufnehmen und das stört den Spaß beim Spielen.

Stöckchen sind generell ein sehr ungeeignetes Spielzeug für Hunde, vor allem, wenn sie versuchen, die Stöcke im Flug zu fangen. Oder beim Tragen stolpern, denn das Stöckchen kann zu einer sogenannten Pfählungsverletzung im Rachen (=weicher Gaumen) führen, die sehr schwierig zu behandeln ist. Der Hund hat Schmerzen und will seinen Fang vielleicht nicht weit genug öffnen. Das Stöckchen kann zwar unter Narkose ! entfernt werden. Aber selbst auf einer Röntgenaufnahme sind die zersplitterten Stöckchen-Reste, die sich tief in den Rachen bohren können, nicht zu sehen. Schwellungen und Rötung durch die Entzündung im Gaumen erschweren die Orientierung und im Halsbereich verlaufen viele wichtige Nerven und große Blutgefäße, so dass eine Operation in diesem Bereich sehr heikel ist.


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