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Darf ich denn schimpfen, wenn mein Hund nicht weiß, das er etwas Verbotenes gema...?

„Sitz, Platz, Aus – das kleine Einmaleins“

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Gefragt von Ludwig

Darf ich denn schimpfen, wenn mein Hund nicht weiß, das er etwas Verbotenes gemacht hat?

default Expertenteam antwortet:

Hallo Ludwig,

zum allerersten Mal, wenn dein Hund etwas macht , was er nicht soll (z. B. als  Welpe), da weiß er ja auch noch nicht, dass er etwas Verbotenes tut. Das gewünschte Verhalten und damit ein Teil des Regelwerkes Eures Zusammenlebens, setzt du mit Verstärkern durch. Und das sagt die Wissenschaft:

bei der operanten oder instrumentellen Konditionierung wird ein vom Hund gewünschtes Verhalten gezielt belohnt, so dass er dieses Verhalten häufiger zeigt. Natürlich kann auch auf ein unerwünschtes Verhalten eine negative Konsequenz erfolgen, und damit  dieses unerwünschte Verhalten gehemmt werden. Unser Hund lernt also über „Belohnung“ oder „Bestrafung“.

Bei der Belohnung gibt es eine positive Form, bei der die Verstärkung über eine angenehme Konsequenz, z.B. ein Leckerli erfolgt. Es gibt auch eine „negative Belohnung“, bei der die Verstärkung über das Abschalten eines unangenehmen Reizes erfolgt. Ein Beispiel wäre das Drücken mit dem Finger auf die Kruppe, welches endet, sobald der Hund sich setzt.

Eine Bestrafung bewirkt, dass ein unerwünschtes Verhalten seltener oder gar nicht mehr gezeigt wird. Dabei muss die „Bestrafung“ nicht unbedingt eine aktive Einwirkung auf den Hund sein. Es genügt bereits, wenn das jeweilige Verhalten für den Hund keine für ihn angenehmen Folgen hat. Auch hier gibt es eine positive und eine negative Form. Bei der „positiven Bestrafung“ hat eine Handlung des Hundes einen unangenehmen Reiz zur Folge. Die „negative Bestrafung“ hat das Entfernen eines für den Hund angenehmen Reizes zur Konsequenz. Hierzu zählt bereits  der Entzug unserer Aufmerksamkeit durch Ignorieren.

Hunde lernen am schnellsten durch positive Verstärkung. Dies kann durch Futterbröckchen, aber auch Loben, Streicheln oder Spielen erfolgen. Finde heraus, was deinen Hund am meisten motiviert! Dabei muss die Belohnung unmittelbar erfolgen, also innerhalb maximal  einer Sekunde nach der gewünschten Handlung. Ist diese Zeitspanne größer, kann der Hund seine Handlung nicht mehr mit der Belohnung verknüpfen.

Damit dein Hund also weiß, dass er etwas Unerwünschtes tut, musst du sofort schimpfen. Wenn du nicht schimpfst oder dein Missfallen anderweitig (Körpersprache) zum Ausdruck bringst, dann weiß er ja nicht, dass er dieses Verhalten unterlassen soll.


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