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Stressfrei Gassigehen

„Sitz, Platz, Aus – das kleine Einmaleins“

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Artikel von
Expertenteam

Stressfrei Gassigehen

Ohne Stress und Angst mit seinem Hund Gassi gehen, das ist nicht für alle Hundehalter tägliche Realität

Viele Hunde gehen problemlos neben Herrchen oder Frauchen Gassi – und beide kommen tiefenentspannt zurück.

Davon kann der eine oder andere Hundehalter leider nur träumen.

Extreme Angst in unbekannten Situationen, hektische Betriebsamkeit, Unsicherheit bei Hund und Halter,  aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen oder Autos – die Bandbreite der Verhaltensweisen, die einem Hundehalter den Schweiß auf die Stirn treten lassen, ist groß.

Manche Hunde zeigen unerwünschtes Verhalten nur an der Leine oder nur bei einer Bezugsperson, oder nur in bestimmten Situationen, oder nur in bestimmten Lebensphasen.Sich diese Routinen klarzumachen und einzugestehen macht es nicht einfacher. Hilft aber, die mögliche Ursache näher einzugrenzen. Und wenn man weiß, woran es liegt, dann lohnt es sich, mit konkreten Maßnahmen gegenzusteuern.

Deshalb empfehlen auch wir, sich für den jeweiligen Einzelfall professionelle Unterstützung zu suchen. Für eine gute Vorbereitung des ersten Gesprächs mit einem kompetenten Hundetrainer hilft es, sich vorab ein paar Gedanken gemacht zu haben:

  • Wann zeigt mein Hund unerwünschtes Verhalten?

z.B. unerwünschtes Verhalten wird nur an der Leine gezeigt, wenn der Hund Freilauf hat, ist alles in Ordnung. Wenn der Hund gelangweilt ist und/oder wenig Auslauf hatte, ist es schlimmer. Nur bei bestimmten Hunden tritt das Verhalten auf. Abends in der Dunkelheit, ist es schlimmer als morgens

  • Bei welcher Bezugsperson zeigt mein Hund dieses Verhalten?

z.B. eine Bezugsperson, die Unsicherheit ausstrahlt, meist unterbewusst durch die schon oft gemachte schlechte Erfahrung. Sie strahlt vielleicht sogar Angst aus, geht „Gefahren“ lieber aus dem Weg, statt das richtige Verhalten zu üben.

Das Tragische ist, es besteht ja keine wirkliche Gefahr. Aber die Angst des Halters vorm nächsten Spießrutenlaufen, überträgt sich durch die Leine (eine Art „Nabelschnur“) auf den Hund. Der aber weiß nicht, dass der Auslöser der Angst keine mögliche Gefahr durch Autos oder andere Hunde ist, sondern sein eigenes Verhalten. Diesem Teufelskreis kann man oft nur mit Hilfe (Bestätigung des richtigen Verhaltens, Durchbrechen der Routinen) entgehen.  

  • Wann hat er dieses Verhalten das erste Mal gezeigt? Unerwünschtes Verhalten wird oft durch Aufmerksamkeit verstärkt. Und - ist es nach „Korrekturmaßnahmen“ schlimmer oder ein bisschen besser geworden?

" Proaktiv Augenkontakt suchen lassen

 

 

 

 

 

 

 

 

Sind alternative Verhaltensweisen trainiert/ belohnt worden :

z.B. hektisches Zurückziehen an der Leine, was dann dem Hund signalisiert, dass hier möglicherweise doch Gefahr besteht.  

oder ruhiges Weitergehen oder bei Freilauf weggeht (manche Hunde pöbeln solange Herrchen oder Frauchen danebenstehen).

z.B.  pro-aktiver Augenkontakt, als Ablenkung von Situationen, den der Hund mit dem Halter aufnimmt, z.B. wenn ihm ein anderer Hund entgegenkommt.

  • Wie genau sieht das unerwünschte Verhalten aus?

 z.B. intensives Bellen, Hinterherjagen, Knurren, heftig an der Leine ziehen, andauerndes Stehenbleiben, andere Hunde mobben usw.

  • Gibt es unerwünschtes Verhalten im Kontakt mit anderen Personen oder Gegenständen

z.B. Katzen, Radfahrer, Autofahrer, Motorradfahrer, der Postbote, jeder, der das „Revier“ betritt ( das kann nur der Garten oder auch das Haus sein)

  • Zeigt er unerwünschtes Verhalten in bestimmten Lebensphasen (z.B. Pubertät)?

z.B. nicht kastrierte Rüden, wenn sie in die Flegelphase kommen die vorher völlig problemlos Gassi geführt werden konnten. Die Pubertät kommt bei kleinen Hunderasse viel früher als bei großwüchsigen. Auch das Verhalten von Hündinnen verändert sich nach der ersten Läufigkeit, so dass sie nicht mehr alle anderen Hündinnen akzeptieren.

Diese Verhaltensweisen sind zwar oft unerwünscht, aber hundetypisch. Gegenzusteuern, vor allem bei extremen Verhaltensweisen, ist weiterhin die Aufgabe des Hundehalters, aber zu verstehen, warum der Hund sich so verhält, kann helfen, gelassener zu bleiben.

Wie immer gibt es keine Patentrezepte. Tipps, die überall funktionieren und bei einem einmaligem Einsatz „das Problem“ lösen, können wir nicht geben. Aber Gedankenanstöße, die eine mögliche Ursache eingrenzen helfen.

Es hilft sehr, sich nicht die Freude an seinem Hund nehmen zu lassen, frühzeitig Hilfe zu suchen und sich einzugestehen, dass man als Mensch durchaus Bestandteil des Problems ist.


2 Kommentare

default Am 15.10.2015 antwortete Expertenteam:

Wir freuen uns auf Dich.

Am 15.10.2015 kommentierte Chrissy Westh:

„Danke für die Reaktion von Euch. Das Angebot bezüglich - des LiveChat - werde ich gern in Anspruch nehmen. Es sind vielerlei Verhaltensmuster von Tyra - die sich nicht - so - ohne Weiters - in wenigen Worten erklären lassen. Ich hoffe es ist so OK.
Lg und nochmals danke
Chrissy“

default Am 14.10.2015 antwortete Expertenteam:

Liebe Chrissy,

das klingt tatsächlich nach einer erforderlichen Unterstützung für euch Beide. Ist ja auch verständlich, denn eine gelassene Tyra und eine gelassene Chrissy können nur zusammen erreicht werden. Als enges Mensch-Hunde-Team strahlt eine (negative wie positive) Emotion auf den jeweils anderen Partner ab. Das schaukelt sich leider hoch. Sich beim Löschen der negativen Erfahrungen professionelle Unterstützung zu suchen, ist genau richtig.

Du hast das Missverhalten von Tyra nicht näher beschrieben, hat sie dich umgelaufen oder ist sie abgehauen, hat sie sich gebissen mit anderen Hunden? Hier ist es wichtig, den wirklichen Grund des Missverhaltens zu erkennen. Also, ob sie aus Angst davongelaufen ist (vor einem anderen Hund oder einem Menschen? Du sagtest, sie wäre sehr ängstlich gewesen), oder ist sie "nach vorne" gegangen (Selbstsicher, vielleicht sogar übertrieben selbstbewusst oder doch aus Angst, denn so reagieren auch gerade ängstliche Hunde)?

Kannst Du uns ein paar mehr Angaben machen?

Wir können das auch Montags im Livechat in kleiner Runde :-) besprechen. Mit mehr Angaben ist es besser möglich, einen relevanten und wirklich hilfreichen Rat zu geben.

Am 13.10.2015 kommentierte Chrissy Westh:

„Hallo - liebes Team,
kurz möchte ich erwähnen, dass ich im Besitz eines Podengo-Schäferhund-Mischling von ca. 6 Jahren bin. Sie habe ich aus dem Tierheim geholt. Zu diesem Zeitpunkt was sie sehr verängstigt und verstört.
Doch mitterleiweile ist sie sehr selbstsicher geworden.
Ich selbst bin schwerstbehindert und habe auf Grund von Folgeschäden erhebliche Funktionsstörungen an beide Beiden. Sprich geh teilweise mit einem Rollator bzw. mit einem Gehstock.
Beim Gassi gehen, meiner Hündin bin ich immer bzw. bisher mit meinem Rollator unterwegs gewesen. Nunmehr ist mein starkes Problem, dass ich durch das Missverhalten meiner Hündin - 2-mal sozusgen traumatisiert bin und es bisher - selbst in Begleitung meiner jüngsten Tochter, nicht imstande bin, mit meiner Hündin "Tyra" - Gassi zu gehen. Wegen diesem Problem, - weil ich meine Hündin liebe, - denke ich - ab und an - sie abzugeben. Aber das bringe ich nicht übers Herz. Nunmehr ist mir bewusst, dass ich professionelle Hilfe bzw. Unterstützung benötige. Das meine Tyra und ich es doch noch schaffen könnten - EINS zu sein. Ich bin auf der Suche - nach kompetenen Trainer bzw. Begleitperson. Meine Frage beruht darauf, ob es irgendwie hier in der Nähe in Nordrhein Westfalen - Ort Unna, professionelle Hilfe in dieser Richtigung gibt. Oder besteht die Möglichkeit aus Ihrer Sicht mir Unterstützung bzw. Hilfe beratend zukommen zu lassen.
Für Ihre Rückmeldung danke ich im Voraus und verbleibe
mit freundlichem Gruß
Chrissy“


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