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Die Ausbildung von Blindenführhunden

„Eine ganz besondere Beziehung – Gefühle und Fakten zum Hund“

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Artikel von
Expertenteam

Die Ausbildung von Blindenführhunden

Wichtig, komplex, aber leider noch nicht standardisiert

Obwohl blinde oder hochgradig sehbehinderte Menschen einen Anspruch auf einen Blindenführhund (BFH) haben, leben vermutlich nur 1 bis  2% der Anspruchsberechtigten mit einem zusammen.

Seit im Jahre 1920 im Reichsversorgungsgesetz der Anspruch eines Kriegsblinden auf einen BFH festgeschrieben wurde, bezahlen die Krankenkassen die Bereitstellung eines ausgebildeten BFH. Quelle: www.verein-lichtblicke.de

Die finanziellen Aspekte, einen Führhund zu halten, sind nur ein Teil der Fragen, die im Vorhinein zu klären sind. Der Zeitaufwand und die organisatorischen Details, die die Haltung eines Hundes für jeden Hundehalter, besonders aber für blinde Menschen bedeuten, müssen besprochen werden.

  • Bringt der neue Halter genügend Geduld und Disziplin für das Halten eins Hundes auf?
  • Wer kümmert sich um den Hund, wenn er krank ist und gibt ihm regelmäßig Medikamente oder bringt ihn zum Tierarzt?
  • Kann dem BFH genügend „Freizeit“, inkl. Sozialkontakte mit anderen Hunden, angeboten werden?
  • Hunde bringen Schmutz in eine Wohnung.
  • Mit einem BFH sind Zutrittsrechte zwar nicht eingeschränkt, allerdings gibt es immer mal wieder Diskussionen in Geschäften und öffentlichen Einrichtungen.
  • Urlaube gestalten sich anders. Ist der Halter bereit, das zu akzeptieren?

Diese möglichen Einschränkungen müssen gegen die Vorteile eines Führhundes abgewogen werden.  

  • Z.B. mehr Sicherheit und Bewegung.
  • Mehr Selbständigkeit und ein größerer Bewegungsradius.
  • Ein Freund, auf den fremde Menschen reagieren, die sonst Berührungsängste in der Kommunikation mit behinderten Menschen haben könnten.

Wenn diese Überlegungen zum Hundewunsch führen, dann kann es losgehen.

Die Erwartungen und Anforderungen an einen gut ausgebildeten Blindenführhund sind sehr groß.

Ein ausgebildeter Führhund beherrscht, zusätzlich zu den Hörzeichen des Grundgehorsams,  die Befolgung von 30 bis 40 verschiedenen Führkommandos.

Der BFH zeigt Bordsteine und Treppen an. An Baustellen oder Rolltreppen verweigert er den „Gehorsam“ und stemmt sich in sein Führgeschirr oder stellt sich quer vor seinen Führer.

Nach einer Trainingsphase ist er auch in der Lage, Nah- (z.B. Sitzbänke, Briefkästen) und Fernziele  (z.B. das Lebensmittelgeschäft oder den Bäcker) anzusteuern.

Das Anzeigen und Umlaufen von Höhenhindernissen (Äste oder Gegenstände in Kopfhöhe des Hundeführers)  ist die Königsdisziplin, denn der Führhund lernt nicht nur seine eigene Körpergröße zu berücksichtigen, sondern auch die seines Halters.

Die Ausbildung und Prüfung eines BFH sind leider nicht standardisiert, was Qualitätsunterschiede zwangsläufig ermöglicht.  

Diesem Missstand entgegenzuwirken, hat sich z.B. der Verein "Bundesverband Gespannprüfer Blindenführhunde e.V.“ (www.bgbfh.de) zum Ziel gesetzt.

" Der Bundesverband Gespannprüfer Blindenführhunde arbeitet am Qualitätsmanagement der Ausbildung und Prüfung

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr Informationen zu Blindenführhunden findet man im Internet, z.B. unter Lichtblicke e.V.-Verein zur Förderung des Assistenzhundewesens unter www.verein-lichtblicke.de.


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