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Gibt es Regeln für Hundehalter, die einem Blindenführhund begegnen?

„Eine ganz besondere Beziehung – Gefühle und Fakten zum Hund“


Gefragt von Lana

Gibt es Regeln für Hundehalter, die einem Blindenführhund begegnen?

default Expertenteam antwortet:

Hallo Lana,

wir haben hierzu eine Expertin ( Frau Dr. med. vet. Tatjana Rusch, vom Bundesverband Gespannprüfer Blindenführhunde e.V.)  gefragt

Ganz entscheidend wichtig: arbeitet der Hund gerade, also führt er seinen Menschen? Dann bitte nicht an den Blindenführhund(BFH)  lassen. Denn dieser ist während des Führens hoch konzentriert und kann sich nicht um andere Artgenossen "kümmern", also hat auch keine Zeit, mit ihnen arttypisch zu kommunizieren. Es ist immer wieder fatal, wenn ein freilaufender Hund einen arbeitenden BFH belästigt, indem er z.B. versucht, mit Aufreiten diesem gegenüber ranganmaßende Gesten zu zeigen. Das kann durchaus zu sehr gefährlichen Situationen für den Führhundhalter führen, der ja nicht sehen kann, was da grade passiert. Verfängt sich der aufreitende Hund im Bügel des Führgeschirres, dann kann keiner der beiden Hunde mehr artgemäß reagieren und eine aggressive Auseinandersetzung ist häufig die Folge. Wenn einem arbeitenden BFH so etwas auch noch häufiger passiert, kann es sein, daß er in Artgenossen irgendwann ein rotes Tuch sieht.

Ist ein BFH in Freifolge unterwegs -das erkennt man daran, daß er ohne Leine und Führgeschirr mit einer Kenndecke und in der Regel einem Glöckchen am Halsband wie ein ganz normaler Hund frei läuft- dann gelten die gleichen Regeln wie im Zusammentreffen mit einem Familienbegleithund.

Häufig jedoch nehmen Hundehalter ihren Hund vom BFH, der Freizeit hat, weg, da sie irrtümlich der Ansicht sind, dieser gar nicht gestört werden. Auch ein BFH aber ist an der Stelle ein ganz normaler Hund, der mit seines Gleichen spielen und toben mag.

Befindet sich ein BFH in Freifolge und begegnet einem anderen, angeleinten Hund, ist die Lage etwas anders als beim Zusammentreffen zweier Hunde ohne derartigen Job. Der Führhundhalter wird in der Regel nicht gewahr, daß dort ein anderer Hund kommt, ruft deshalb seinen Hund auch nicht zurück, weshalb mancher Hundehalter verärgert reagiert. Ein BFH jedoch weist gegenüber Artgenossen in der Regel eine hohe soziale Kompetenz vor und zieht sich aus der Affäre, wenn das angeleinte Gegenüber signalisiert, daß ein direkter Sozialkontakt in der Situation unerwünscht ist.



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