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Wie gewöhne ich meine Enkelin an meinen Hund, und umgekehrt?

„Eine ganz besondere Beziehung – Gefühle und Fakten zum Hund“


Gefragt von Tanja

Wie gewöhne ich meine Enkelin an meinen Hund, und umgekehrt?

default Expertenteam antwortet:

Hallo Tanja,

Kind und Hund werden nicht alleine gelassen, das ist die wichtigste Regel. Denn nur, wenn die Hundehalterin beide beobachten kann, ist es möglich, einzugreifen, wenn doch mal was aus dem Ruder läuft.

Ein paar Situationen, die immer wieder auftreten können und denen konsequent aber auch gelassen begegnet werden kann:

Deine Enkelin muss lernen, dass jeder Hund das Recht hat, sich zurückzuiehen, wenn es ihm zuviel wird. Im Körbchen (oder in der Transportkiste, wo auch immer der Hund seinen Platz hat) liegt nur einer - der Hund.

Genauso kann es durchaus Orte geben, wie z.B. das Kinderzimmer, die für den Hund tabu sind. Das verhindert nicht nur Tränen wegen zerkautem Spielzeug, sondern beschränkt auch die Rechte des Hundes und damit seinen Platz im Rudel. Er darf nicht in das Zimmer (und alle Zweibeiner sind sich darin bitte einig) So werden "Auseinandersetzungen" um Ressourcen gleich vermieden.

Die meisten Hunde sind sehr entspannt mit Kindern, solange die Kinder freundlich und rücksichtsvoll mit ihnen umgehen.

Aber auch im Hunderudel werden Welpen erzogen, gelegentliches Zurechtweisen durch den Hund (Fixieren, Lefzen hochziehen, bis hin zu Knurren in bestimmten Situatione)n muß also ernstgenommen, aber nicht sofort überbewertet werden. Dein Hund muss sich nicht alles gefallen lassen (Futter aus dem Napf nehmen, sollte die Enkelin z.B. besser nicht) und Ressourcen werden verteidigt. Das ist hundetypisch und muß auch vom Kind gelernt werden. Das können Kinder erst ab einem bestimmten Alter, deswegen ist es so wichtig, dabei zu bleiben.

Deeskalieren, also der Situation die Schärfe nehmen, ist in diesen Fällen die bessere Vorgehensweise und in Zukunft, diese bestimmten Situationen zu vermeiden.

Den Hund an der Leine Gassi zu führen, möchten die meisten Kinder sehr gerne und sie überschätzen sich. Schade, dass sie nicht genügend Kraft haben, ihn zu halten, wenn er mal wirklich zieht..... Also auch hier "Dabeibleiben" und klarstellen, dass die Leine gerne zu zweit gehalten werden kann, aber sie auch im wörtlichen Sinne, nicht aus der Hand geben.

Ob Leckerlis durch das Kind zugesteckt werden dürfen, hängt vom Taillenumfang des Hundes und seiner Persönlichkeit ab (Ressourcen, also vor allem freier Zugang zu Fressen- ist für Hunde ein klares Signal einer hohen Stellung im Rudel) Wenn es generell erlaubt werden kann, sind Mengenbegrenzung und die Art der Leckerlis über klare Regeln mit dem Kind festzulegen.

Wenn der Hund bei einem Teenager im Bett schlafen soll: hier werden Für und Wieder genannt.

Das mag jetzt alles sehr kompliziert, übervorsichtig und leicht negativ klingen, deshalb möchten wir generell eine Lanze brechen, für die vielen Vorteile, die eine positive Beziehung zwischen Hund und Kind gerade für die Entwicklung von Kindern haben. Konkret nennen wir die Förderung der Freude am Lesen, die durch sogenannte Leselernhunde zunehmend zu beobachten ist.



2 Kommentare

default Am 27.08.2018 antwortete Expertenteam:

Hallo Marion, Danke für deinen Kommentar.

Man muss Windeln oder Baby nicht präsentieren, da gebe ich dir recht. Bei deinem Satz dass die Hundemutter andere nicht, oder kaum, an die Welpen lässt, bin ich anderer Meinung. Die Scheinschwangerschaft bei Hündinnen ist evolutionsmäßig ein Überlebensvorteil, denn sie sorgt dafür, dass rangniedrigere Hündinnen im Rudel bei der Aufzucht der Welpen helfen können (Milchproduktion, die sogar Säugen möglich macht) . Zum Säugen muss die Alpha-Hündin Nähe zum Welpen zulassen.

Ignorieren bei den ersten Begegnungen? Warum diesen Moment für den Hund negativ gestalten? Ich finde es schön, wenn der Hund das neue Rudelmitglied mit angenehmen Erfahrungen verknüpft. Ganz schwierig sind in meinen Augen Empfehlungen, sich dann, um den Hund zu kümmern, wenn das Baby schläft (also vermutlich nicht in der Nähe ist). Die für den Hund verknüpfbaren Fakten sind : mein Rudelführer macht was Schönes mit mir, wenn das Baby weg ist. Gut also, wenn das Baby weg ist. Schade und nicht ungefährlich.

Am 26.08.2018 kommentierte Marion :

Was für ein Blödsinn hier stellenweise verzapft wird!!!
Nie und nimmer lässt man einen Hund an der Windel des Kindes riechen oder präsentiert ihm das Baby bei den ersten Begegnungen... So zeigt man ihm nämlich "hier bitte, das ist jetzt deins und du musst drauf aufpassen" und genau das will man ja nicht. Klingt logisch? Ist es auch!
Der Hund wird bei den ersten Begegnungen ignoriert und die Menschen kümmern sich um das Baby, die hundemutter lässt andere Wesen ebenso kaum an ihre neugeborenen dran. Das Baby und der Hund sind Teil des Rudels aber der Erwachsene ist nunmal Rudelführer und passt auf alle auch auf die neuen Rudelmitglieder auf.

default Am 03.05.2015 antwortete Expertenteam:

Hallo Pollymaus,

Danke fürs Nachfragen und Du hast natürlich Recht, denn wenn das Kind schon größer ist, musst Du anders vorgehen, als bei einem Säugling. Auch ist individuell zu klären: hat das Kind schon Hundeerfahrung?

Möglichkeit 1- beim Säugling: zu der Theorie mit der Windel haben wir schon "zugeben" müssen :-), dass wir keine persönliche Erfahrung gemacht haben, aber es spricht nichts dagegen, eine benutzte Windel mit nach Hause zu bringen und den Hund daran schnuppern zu lassen. Wie gesagt, der Hund fängt vielleicht an den Kot aufzufressen, vor allem Hündinnen halten ihre Wurfkiste sauber, bis die Welpen anfangen, zugefüttert zu werden und möglicherweise löst der Geruch und die Lautäußerungen eines Neugeborenen den Pflegetrieb bei Hunden aus.

Dann kennt der Hund den Geruch des Babys nämlich zumindest schon, bevor es aus dem Krankenhaus kommt.

Wir finden, dass der Hund das Baby "anschlabbern" darf, aber, wenn möglich, nicht im Gesicht (das finden wir auch bei Erwachsenen aus hygienischen Gründen (Parasiten, vor allem Hakenwürmer) nicht wünschenswert). Bauch, Füße und Hände sind eine gute Alternative, auf die umgeleitet werden kann. Natürlich ist der Hund entwurmt, da aber trotzdem nicht von völliger Wurmfreiheit ausgegangen werden kann, jetzt alle 3 Monate entwurmen. Normale Hygieneregeln, (nach dem Streicheln waschen die Eltern ihre Hände) gelten jetzt besonders.

"Anschlabbern"? Generelles Ja - aber ist der Hund anfangs sehr aufgeregt und fängt an intensivst und überall zu lecken (bei den eigenen Welpen wird die Darmtätigkeit durch das Lecken am Bauch angeregt, da sind manche Hündinnen bei den eigenen Welpen recht rabiat), dann abbrechen (nicht Schimpfen), mit dem Hund mal nach draußen, damit der Hund seine Energie runterfahren kann. Das Baby im Kinderwagen gerne mitnehmen. Je mehr gemeinsame Zeit miteinander vergeht, desto entspannter ist der Hund. Wir glauben, dass es generell eine gute Idee ist, den Hund zu beachten, wenn das Baby in der Nähe ist. Also keine "Hundezeit" extra einplanen, wenn das Baby endlich mal schläft, oder anderweitig "weg" ist, weil Hunde gute Beobachter sind. "Frauchen hat immer Zeit für mich", wenn der kleine Mensch dabei ist- damit verknüpfen sich in der Wahrnehmung des Hundes Baby und Wohlfühlen miteinander und genau so soll es sein.

Zu den Stresssignalen kommen wir gleich noch, denn die gelten für alle 3 Möglichkeiten.

Am besten ist es allerdings, wenn der Hund nicht zur Kontaktaufnahme gezwungen wird. Ein bisschen Geduld und die natürliche Neugierde wird die meisten Hunde magnetisch zu diesem kleinen Bündel Mensch hinziehen.

Möglichkeit 2 - das Kleinkind.

Die beiden werden bitte nicht und zwar zu keiner Zeit alleine gelassen. Wenn das beherzigt wird, kann nicht mehr viel passieren.

Kennt der Hund Kinder? Dann weiß man ja schon, wie tolerant er ist - oder eben nicht. Wenn der Hund sich bei zuviel Trubel zurückzieht - super - das ist ein deutliches Signal und jetzt muss der Zweibeiner lernen, nämlich, dass auch mal Ruhe ist. Das Körbchen ist kein Kinderbett, sondern der sichere Platz, wo der Hund weiß, dass er diese Ressource nicht mit seinen Zähnen verteidigen muss.

Die meisten Hunde sind sehr entspannt mit Kindern, solange die Kinder freundlich und rücksichtsvoll mit ihnen umgehen.

Aber auch im Hunderudel werden Welpen erzogen, gelegentliches Zurechtweisen durch den Hund (Fixieren, Lefzen hochziehen, bis hin zu Knurren in bestimmten Situationen) muß also ernstgenommen, aber nicht sofort überbewertet werden. Der Hund muss sich nicht alles gefallen lassen (Futter aus dem Napf nehmen lassen z.B.) und Ressourcen werden verteidigt.

Deeskalieren, also der Situation die Schärfe nehmen, ist in diesen Fällen die bessere Vorgehensweise und in Zukunft, diese bestimmten Situationen zu vermeiden. Besonders ältere Hunde haben manchmal "Rücken" (Gelenkschmerzen) - tapsige Kleinkinder, die gerade Laufen lernen, treten unbeabsichtigt auf die Zehen,das tut weh und kann zu einem Abwehrreflex (Schnappen) führen. Da hilft nur eines; der Hund muss lernen, dem Kind aus dem Weg zu gehen und dahin, wo er sich zurückzieht, darf das Kind dann auch nicht hinterherlaufen.

Das können Kinder erst ab einem bestimmten Alter einsehen und verstehen, deswegen ist es so wichtig,dass die Eltern dabei sind.

Möglichkeit 3 - das Schulkind:

eine tolle Kombination - schon viel Verständnis für die Bedürfnisse eines Hundes vorhanden - dazu die Lust am Toben und Spielen, das gefällt den meisten Hunden. Aber - das ist ein "Team auf Augenhöhe". Der Hund sieht das Schulkind als (im besten Fall gleichgestelltes ) Bestandteil des Rudels - nicht als das ranghöheres Rudelmitglied an. Erwarten kann man also keineswegs"unbedingten Gehorsam" oder "sichere Leinenführigkeit" in allen Situationen. Ab wann Kinder mit einem Hund Gassigehen dürfen, hängt nicht nur vom Grundgehorsam, sondern auch vom Gewichts- und Größenverhältnis der beiden ab. Wir meinen, dass eine größere Vorsicht angebracht ist, weil sich Kinder gerne überschätzen.

Geduldig sein ist auch für Schulkinder noch sehr schwer - um so besser, wenn der Hund z.B. gelernt hat, dass ein Spiel nur weitergeht, wenn er den Ball vor die Füße des Kindes legt und nicht gleich wieder danach schnappt.

Es gibt Einzelsituationen für die im Zweifelsfall Lösungen gesucht werden müssen, aber dem Hund eine Rückzugsmöglichkeit zu geben und mit Kindern Rücksicht üben, das hilft eigentlich immer.

Woran erkenne ich Stresssymptome?

Häufiges Lecken der Maulwinkel und der Nase, übermäßige Körperpflege, viel oder gar nichts mehr fressen, starkes Hecheln, Hin und Herlaufen (der Hund kommt nicht zur Ruhe), häufiges Kotabsetzen, nervöses oder sehr unterwürfiges Verhalten... die Liste kann sehr lang sein und manche Hunde kombinieren mehrere Symptome miteinander.  

Am 03.05.2015 kommentierte pollymaus:

Ich finde die Frage nicht ausreichend beantwortet!
Woe genau gewöhne ich nun Kind/Baby und Hund aneinander?
Volle Windel mitbringen?
Darf der Hund das Baby (wo) anschlabbern? Darf er nur schauen? Welche Signale beim Hund muss beachten?


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