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Zucker - Nein Danke /
Warum ist überhaupt Zucker im Futter. Und wie ist der Zusammenhang zwischen Zuck...?

„Ein Hund lebt nicht von Fleisch allein“


Gefragt von Annette

Warum ist überhaupt Zucker im Futter. Und wie ist der Zusammenhang zwischen Zucker im Futter und Karies bzw. Diabetes bei Hunden?

default Expertenteam antwortet:

Hallo Annette,

Fleisch, das gekocht wird ist grau – Zuckerkulör hilft z.B. Bratensoße, Wurst, aber auch manche Sorten Hundefutter ansprechend „einzufärben“. Denn: Das Auge von Frauchen und Herrchen isst mit!

Gut zu wissen: wenn Zucker überhaupt ein Bestandteil der Rezeptur eines Alleinfuttermittels ist, dann liegt der Gehalt unter 0,5% und ist nicht verantwortlich für z.B. Diabetes oder Zahnerkrankungen!

Im Unterschied zum Menschen kann man bei weniger als 5% aller Hunde Karies feststellen. Stattdessen heißt das tatsächliche Problem in der Maulhöhle „Parodontitis“ (Erkrankungen des Zahnhalteapparates) und betrifft vier von fünf Hunden, die älter als zwei Jahre alt sind.

Die Speichelzusammensetzung und die Zahnstruktur von Hunden und Menschen sind sehr verschieden, deshalb können die karieserzeugenden Bakterien in der Maulhöhle von Hunden kaum Schaden anrichten. (Quelle: Karies bei Hunden/Caries in dogs: J. Dental Res 1965, 44, 1354, http://jdr.sagepub.com, caries in pets: http://avds-online.org/info/cavities.html)

Auch Diabetes mellitus steht bei Hunden im Zusammenhang mit Alter und Übergewicht - und nicht mit Zucker. (Quelle: Rand et al (2004) Canine and feline diabetes mellitus: nature or nurture? J Nut r. 2004;134:2072S–2080S.)

Übergewicht dagegen, hervorgerufen durch eine Imbalance der aufgenommenen Kilokalorien (allerdings egal ob aus Fetten, Kohlenhydraten und Eiweiß) im Verhätniss zu den verbrauchten, schädigt tatsächlich eine große Anzahl von Menschen und Hunden.

Was macht Zucker: in Produkten mit einem höheren Feuchtigkeitsgehalt reduziert er die Aktivität des „freien Wassers“ und verhindert so mikrobielles Wachstum. Ähnlich wie in der Marmeladenherstellung beeinflusst Zucker damit die Konsistenz und Haltbarkeit eines Produktes positiv. Zucker unterstützt in einer sogenannten „nicht enzymatischen Bräunungsreaktion“ (Maillard Reaktion) und als Zuckerkulör die Farbgebung eines Produktes und bietet damit eine Alternative zu künstlichen Farbstoffen. Im Grunde müssen bei der Herstellung von Tiernahrung die Erwartungen des Käufers und des Konsumenten zufrieden gestellt werden. Das ist ein bisschen wie bei Babynahrung.



1 Kommentare

Am 24.11.2014 kommentierte Das Expertenteam:

Hallo Annette,
gekochtes Fleisch ist leider grau – Zuckercouleur hilft, z.B. Bratensoße, Wurst, aber auch manche Sorten Hundefutter ansprechend (für den Halter, der das Produkt kauft) „einzufärben“.
In Produkten mit einem höheren Feuchtigkeitsgehalt reduziert Zucker auch die Aktivität des sogenannten „freien Wassers“ und verhindert so mikrobielles Wachstum. Ähnlich wie in der Marmeladenherstellung beeinflusst Zucker die Konsistenz und Haltbarkeit eines Produktes positiv.
Zucker unterstützt in einer sogenannten „nicht enzymatischen Bräunungsreaktion“ (Maillard Reaktion) und als Zuckercouleur eben auch die Farbgebung eines Produktes und bietet damit eine Alternative zu künstlichen Farbstoffen.

Im Grunde müssen bei der Herstellung von Tiernahrung die Erwartungen des Käufers und des Konsumenten zufrieden gestellt werden und deshalb wird manchmal Zuckerkulör hinzugefügt. Die 0,5% zugefügter Zucker im Gesamtprodukt sind aber nicht die Ursache von Karies oder Zuckerkrankheit bei Vierbeinern oder der Grund für „dicke Hunde“.

Im Unterschied zum Menschen kann man bei weniger als 5% aller Hunde Karies feststellen. Stattdessen heißt das tatsächliche Problem in der Maulhöhle von Hunden „Parodontitis“ (Erkrankungen des Zahnhalteapparates) und betrifft vier von fünf Hunden, die älter als zwei Jahre alt sind.
Die Speichelzusammensetzung und die Zahnstruktur von Hunden und Menschen sind sehr verschieden, deshalb können die karieserzeugenden Bakterien in der Maulhöhle von Hunden kaum Schaden anrichten.
(Quelle: Karies bei Hunden/Caries in dogs: J. Dental Res 1965, 44, 1354, http://jdr.sagepub.com, caries in pets: http://avds-online.org/info/cavities.html)

Auch Diabetes mellitus steht bei Hunden im Zusammenhang mit Alter und Übergewicht - und nicht mit Zucker.
(Quelle:Rand et al (2004) Canine and feline diabetes mellitus: nature or nurture? J Nut r. 2004;134:2072S–2080S)

Übergewicht dagegen, hervorgerufen durch zu viele Kilokalorien (egal ob aus Fetten, Kohlenhydraten (ein Vertreter ist der Zucker) und Eiweiß), schädigt tatsächlich eine große Anzahl von Menschen und Hunden. Mehr als 30% unserer Hunde sind übergewichtig oder sogar zu fett (adipös)


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