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Das kleine Einmaleins

„Sitz, Platz, Aus – das kleine Einmaleins“

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Artikel von
Expertenteam

Das kleine Einmaleins

Sitz-Platz-Aus, und was sonst noch sein muss

Diese Kommandos oder Hörzeichen sind trainierbar, man muss nur frühzeitig damit beginnen. Welche Kommandos für den Anfang leicht zu erlernen sind, lesen Sie in diesem Artikel.

Wann und Wie übe ich „Sitz“ mit meinem Welpen?

 So geht´s: Zeigen Sie dem Hund, dass Sie einen Belohnungshappen in der Hand haben. Wenn er gebannt auf Ihre Hand schaut, halten Sie die Hand ohne ein Hörzeichen zu geben über seinen Kopf. Um das Leckerchen in Ihrer Hand besser im Blick behalten zu können, muss er den Kopf in den Nacken legen. Das geht am besten, wenn er sich dabei hinsetzt (vielleicht nicht sofort beim ersten Mal, nur Geduld). Sobald er sitzt – und erst dann! –sagen Sie freundlich „Sitz“ und geben ihm die Belohnung. Hier ist Schnelligkeit gefragt. Er muss den Happen erhalten, während er sitzt. Springt er wieder auf, waren Sie zu langsam. Dann geht es wieder von vorne los.

Die Sitzübung kann schon ein acht Wochen alter Welpe schnell verstehen. Anfangs erst „Sitz“ sagen, nachdem er sich hingesetzt hat und belohnen, belohnen, belohnen…

Bald hat der Welpe verstanden sich hinzusetzen, wenn Ihre Hand sich nach oben bewegt. Damit der Hund sofort lernt, über längere Zeit sitzen zu bleiben, geben Sie schnell mehrere Belohnungshappen hintereinander. Für einen Welpen bedeutet „eine längere Zeit“ bereits wenige Sekunden. Der Welpe soll so lange sitzen bleiben, bis Sie ihm ein Zeichen geben, dass er wieder aufstehen darf.

Bevor der Hund von sich aus aufsteht, kommen Sie ihm zuvor, drehen Sie sich auffordernd von ihm weg und locken ihn mit einer weiteren Belohnung. Sobald der Welpe sich erhebt, geben Sie das  entsprechende Signal zum Aufstehen, zum Beispiel  „Auf“. Üben Sie mehrmals täglich mit dem Kleinen. So lernt er, dass die Zusammenarbeit mit Ihnen lohnend ist und Spaß macht. Mit der Zeit können Sie die Spanne, die zwischen der Ausführung des Signales und der Belohnung liegt, ausdehnen. 

Beherrscht der Welpe das Hörzeichen und setzt sich sofort auf Ihr „Sitz“ hin, warten Sie zunächst zwei, dann immer mehr Sekunden, bevor Sie ihm die Belohnung geben. Steht er auf, haben Sie zu lange gewartet. Versuchen Sie es in dem Fall noch einmal, warten Sie dann aber nicht so lange. Dehnen Sie die Zeit auf eine Minute aus, in der er im „Sitz“ gespannt auf seine Belohnung wartet. Vermeiden Sie durch genaue Beobachtung des Tieres, dass er aufsteht, bevor er die Belohnung bekommt.

Üben Sie keinen Zwang aus. Nur in einer entspannten Situation kann der Hund Neues schnell lernen.

 

 Wie übe ich „Platz“ mit meinem Welpen.

Lassen Sie den Welpen sitzen, geben Sie aber noch nicht die Futterbelohnung. Nehmen Sie die Hand mit der Belohnung und halten Sie sie dem Hund direkt vor die Nase. Bewegen Sie die Hand nun genau senkrecht zum Boden, der Handrücken zeigt dabei nach oben. Die Belohnung wird zwischen Daumen und Handfläche geklemmt. Die meisten Hunde folgen der Hand und legen sich hin. Sobald er liegt, geben Sie die Belohnung frei (Hand öffnen), sagen „Platz“ und wiederholen das Hörzeichen, während der Hund frisst. Ziehen Sie nicht die Hand nach vorne, der Welpe wird sonst aufstehen, um ihr zu folgen.

Klingt einfacher als es ist: Leckerchen zwischen Daumen und Zeigefinger klemmen und die  Hand vor dem sitzenden Welpen nach unten bewegen. Liegt der Welpe sagen Sie „Platz“ und belohnen ihn. Dann muss er nur noch liegen bleiben….

" Nicht gerade "Ablegen" in Vollendung, aber extrem süß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Manche Welpen legen sich nicht sofort hin. Um zu vermeiden, dass sie die Lust verlieren, kann man anfangs jedes Verhalten bestätigen, welches in die richtige Richtung geht. Allmählich steigert man seine Ansprüche und gibt die Belohnung nur, wenn der Hund sich tatsächlich hinlegt. Wie bei der Sitzübung soll der Hund auch aus dem „Platz“ nicht sofort wieder aufstehen. Halten Sie deshalb viele Belohnungsstücke bereit und füttern Sie den Welpen während er liegt im Sekundenabstand. Erst wenn er zuverlässig liegen bleibt, können Sie die Abstände zwischen den  Belohnungsgaben vergrößern. Achten Sie darauf, sich zwischen den Leckerchengaben wieder aufzurichten. Der Welpe lernt dadurch liegen zu bleiben, während Sie stehen. Wenn Sie sich immer zum Hund hocken, verbindet er Ihre Körpersprache und nicht Ihr Hörzeichen mit der Ausführung „Platz“. Auch hier bringt man dem Welpen also von Anfang an bei, nur auf ein Signal hin aufzustehen.

 

Wie bringe ich meinem Welpen „Bleib“ bei?

Aus dem „Sitz“ heraus, indem ich erst auf der Stelle laufe und mich dann ein bisschen von ihm fortbewege.

Sobald „Sitz“ gut klappt, kann man mit dem „Bleib“-Training beginnen. Haben Sie keine Angst, den Welpen zu überfordern.  Welpen lernen gerne. Das gemeinsame Training wird ohne Zwang durchgeführt, dauert jeweils nur wenige Minuten und so lange, wie es beiden Parteien Freude macht. Ganz nebenbei lernt der Hund, sich an Ihnen zu orientieren.

Lassen Sie Ihren kleinen Freund „Sitz“ machen und bewegen Sie sich selber auf der Stelle, bevor er seine Belohnung bekommt. Ist er sitzen geblieben, obwohl Sie sich bewegt haben, gehen Sie einen Schritt rückwärts und gleich wieder auf ihn zu. Ist er  geblieben, bekommt er eine Belohnung. Steht er auf, bleiben Sie ganz ruhig und beginnen Sie von vorne. Welpen kleiner Rassen und sehr unruhige Hunde brauchen manchmal sehr viele Versuche, bis es klappt. Geben Sie nicht auf, bleiben Sie geduldig, und steigern Sie ganz langsam den Schwierigkeitsgrad.

 

Die Erziehung zur Leinenführigkeit

Nicht an der Leine hinter sich herziehen, Ihr Welpe kommt freiwillig, wenn Sie ihn locken. Und bitte „nur“ Stehenbleiben, wenn er an der Leine zieht. Dann wird `s für den Kleinen schnell langweilig,  vorwegzulaufen.

 In den ersten acht Wochen in seinem ersten Zuhause hat der Welpe vermutlich noch keine Leine oder Geschirr kennen gelernt. Deshalb müssen Sie ihn zunächst daran gewöhnen. Legen Sie ihm Geschirr und Leine vor der Fütterung oder vor einem gemeinsamen Spiel an. So verbindet der Welpe damit etwas Positives. Falls Sie noch keine Erfahrung mit dem Anlegen eines Geschirres haben, üben Sie vorher an einem erwachsenen Hund oder einem Stofftier, damit Sie routiniert an Ihren Welpen herangehen können.

 

Die Welpen-leine sollte mindestens zwei Meter lang sein, optimal sind fünf Meter. Erwarten Sie von Ihrem Kleinen noch nicht, dass er so diszipliniert mit Ihnen an der Leine geht, wie Sie es bei anderen Hunden gesehen haben. Er wird sich erst mal hinsetzen und auch auf gut gemeinte Lockversuche nicht reagieren. Geben Sie ihm einige Minuten Zeit und warten Sie am Ende der Leine, ob er sich irgendwann freiwillig in Ihre Richtung bewegt.

 

Belohnen Sie ihn mit einem „Lobwort“ und Belohnungshäppchen, wenn er zu Ihnen kommt und Augenkontakt mit Ihnen aufnimmt. Wenn Ihr Kleiner nicht freiwillig  mitkommt, tragen Sie ihn auf dem Arm ein Stück weiter. Sein angeborener Instinkt, sich nicht von seinem Lager  wegzubewegen, steht im Konflikt mit seinem Instinkt, Ihnen zu folgen. Geben Sie ihm die Zeit, die er braucht und ziehen Sie ihn nicht hinter sich her.

 

Zieht der Welpe an der Leine, weil er schneller voran will, bleiben Sie stehen. Sobald er sich auf Sie zu bewegt, loben Sie ihn wieder. So lernt der Welpe mit Ihnen zu laufen und gleichzeitig auch, dass sich das Ziehen an der Leine nicht lohnt, weil Sie dann stehen bleiben. Wie alle Erziehungsmaßnahmen funktioniert auch diese nur, wenn Sie absolut konsequent sind. Je länger die Leine ist, umso leichter wird Ihrem Hund und Ihnen das Training fallen.

 

Achtung: Ausziehleinen sind zum Trainieren der Leinenführigkeit eher ungeeignet, da sie dem Welpen das Ziehen regelrecht antrainieren. Durch den Abrollmechanismus wird jeder Zug an der Leine belohnt – der Hund kommt ja voran. Damit er später ohne zu Ziehen an der Leine läuft, sollten Sie anfangs eine einfache Leine benutzen.


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