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Klauen wie ein Rabe

„Sitz, Platz, Aus – das kleine Einmaleins“

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Artikel von
Expertenteam

Klauen wie ein Rabe

Für einen Hund ist das nicht Klauen, sondern die Sicherung von Ressourcen, die für sein Überleben sehr wichtig sein können.

Hunde sind immer auf Nahrungssuche und ihr enorm dehnbarer Magen „verdirbt“  ihnen auch so schnell nicht den Appetit.

(Wölfe können mit einer Mahlzeit ein Fünftel ihres Körpergewichtes aufnehmen. Das entspricht einem 60 kg schweren Menschen, der ca. 12 kg Fleisch auf einmal isst)

Gelegenheit macht also Diebe, das gilt besonders für den Hund, dessen Vorfahre,  der Wolf,  nie wusste, wann das nächste Beutetier unvorsichtig genug war.  Als Mitglied eines hungrigen Rudels kann man sich langsam oder wählerisch zu sein, nun wirklich nicht leisten.

Ganz ungefährlich ist das wenig selektive Fressverhalten unserer Hunde nicht. Tierärzte fördern die unglaublichsten Sachen aus dem Magen oder Darm von Hunden.

Töpfe werden von heißen Herdplatten gezogen, Sahnetorten vom Mittagstisch geklaut oder gleich dort angefressen, Butterkekse aus der Hand des Kleinkindes gelutscht – nichts ist vor manchen Hunden sicher.

Was also tun?

Der schnellste und leider nur vordergründig einfachste Weg ist, sich selber zu kontrollieren. Also nichts stehen zu lassen und dem Hund keine Möglichkeit zum Stibitzen zu geben.  Die interessanten Dinge  stehen ab jetzt außer Reichweite des Hundes.

Das funktioniert Zuhause vielleicht sehr gut- wenn man Single ist.

Was aber, wenn der Ehepartner oder die Kinder nicht so diszipliniert sind, oder der Hund auf der letzten Grillparty einen „bleibenden Eindruck“ auf das Grillgut (und bei den Gästen) hinterlassen hat, weil  man einen Moment nicht aufgepasst hat?

Zuallererst: Hunde haben keine Moralvorstellungen.

Für einen Hund ist das nicht Klauen, sondern Nahrungsaufnahme, die  für sein Überleben sehr wichtig sein könnte. Auch wenn er „weiß“, dass es jeden Abend um 18 Uhr seine Portion Futter gibt , wird er eine gute Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen können, das ist sein normales, angeborenes Verhaltensrepertoire.

Jetzt heißt es akzeptieren, vorbeugen, einschreiten.

Akzeptieren: unsere Vierbeiner meinen es nicht böse, sie wollen uns nicht ärgern und zu strafen, wenn ich als Halter das Fiasko entdeckt habe, ist meistens viel zu spät. Das heißt nicht, einfach aufzugeben und alles zu erlauben. Das heißt aber, zu akzeptieren, dass ei n Hund kein kleiner Mensch ist. Deshalb lieben wir unsere Hund ja so.

Vorbeugen: auf der Grillparty kommt der Hund an die Leine und ich als Hundehalter lasse ihn nicht aus den Augen, oder ich lasse ihn zu Hause. Essbares wird unerreichbar aufbewahrt, und wenn das vergessen wird (Stichwort Familie) dann hat man Pech gehabt und der Hund war dieses Mal schlauer oder schneller.

Einschreiten: von Welpen an darf, besser gesagt, muss er lernen, dass es „mein und dein“ gibt. Beim Familienessen liegt er in seinem Körbchen, Küche und/ oder Esstisch sind tabu (von Anfang an ein klares „ Nein“ oder welches Markerwort Sie verwenden wollen – und zwar IMMER). Er lässt sich „gefundene“ Sachen aus dem Fang nehmen oder gegen ein akzeptables Tauschobjekt eintauschen.  Die Grillpartygäste werden gebeten, den Hund nicht zu füttern. Das machen Sie, mit dem letzten Würstchen, dass übergeblieben ist - gernedann  im Napf anbieten.

Klapperdosen auf dem Mülleimer; mit Chili, Pfeffer oder Senf präparierte Köder; Wasserspritzpistolen aus dem „Hinterhalt“  :-) oder laut scheppernde Disks oder eine Wurfkette neben! den Übeltäter geworfen, während er beim Spaziergang alte Schulbrote frisst – die Liste der Tipps ist lang.

Genauso lang wie die Erfahrungsberichte von Hundehaltern, bei denen es entweder irgendwie funktioniert hat oder leider irgendwie nicht. Jeder Hund ist individuell, jetzt heißt es schlauer zu sein, als unser Hund.

Auch Decken, Spielzeuge, Socken sind nicht sicher vor Hunden. Manches Mal ist der Geruch reizvoll, manches Mal einfach die Tatsache, dass das Spielzeug "jemand anderem" gehört.


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